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ICON in WELT AM SONNTAG

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GAMECHANGERIN

 ICON AM SAMSTAG & SONNTAG IN WELT AM SONNTAG

Photographer Eric Michael Roy
Creative Director / Stylist Paris Libby
Make-Up & Hair Jo Baker
Videographer/ Editing Olav Stubberud

„Mach dir immer wieder klar, dass jeder noch so große Erfolg eine Vorbedingung hat: den Zufall, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. War ich bei „Basic Instinct“ auf der Wunschliste der Produzenten die Nummer eins? Nein, ich war die 13. Wahl. Die zwölf Schauspielerinnen, die vor mir gefragt wurden, hatten die Rolle wegen der vielen Nacktszenen abgelehnt. Die Wahrheit ist eben selten filmreif.“

 Sharon Stone für ICON

DARK GOTHIC GODDESS. That’s the woman in mind this season. Black, purple, and hints of fuchsia are the colors running through the whole collection, coming together in looks both high-glamour and hard-edged, diva and subversive. VERSACE, VERSACE

Im Gucci-Doppel  

Alessandro Michele sagt, er selbst würde nur sehr selten weinen. Doch beim Finale seiner jüngsten Show für Gucci musste auch er ein paar Tränen vergießen: Zu überwältigend war der Anblick von 63 verschiedenen Zwillingspaaren, die in den gleichen Looks gemeinsam über den Laufsteg liefen. Überwältigen war vermutlich auch die Vorbereitung eines solchen Großprojekts, doch Michele ging es nicht um einen bloßen Showeffekt.

Als Sohn eines identischen Zwillings – die Zwillingsschwester seiner Mutter stand ihm nach eigenen Worten ebenso nah wie die Mutter selbst – habe ihn schon immer die Dualität von Zwillingen interessiert. Menschen, die sich gegenseitig reflektieren und eine Bindung teilen, die anderen verschlossen bleibt. Doch Zwillinge sind letztlich nie exakt identisch. Und auch Mode, die auf die Replikation des immer gleichen Kleidungsstücks basiert, verändert sich je nach Träger. Dieses Paradox stand im Mittelpunkt von „Twinsburg“. Die Kollektion umfasste das übliche Michele-Repertoire aus Tailoring, Sportswear, Fetish-Ästhetik und reich dekorierte Flamboyant, doch die eigentliche Botschaft lag im Anblick der Hände haltenden Zwillingsmodels. Jeder will einzigartig sein, und doch ist es erst die Gemeinsamkeit mit anderen, die einem Halt gibt. Silvia Ihring

Marco De Vincenzo for Etro

Walter Chiapponi for Tod`s

TOD’S Italian Flair

Dark, gothic, but with a pink surprise at the end: At Versace Paris Hilton finished a collection that mixed tailoring with lingerie details and techno influences.

BOSS 

INFLATION BY

MOSCHINO 

Blick durchs Fenster

Absolute Einfachheit. Das ist sicherlich nicht das, womit man eine Prada-Kollektion verbindet. Und doch wollten Miuccia Prada und Raf Simons diese Saison den Fokus auf die Essenz lenken, auf Kleidungsstücke, die ohne zusätzliche Anhängsel auskommen, ohne übertriebene Silhouetten und aufwendige Dekorationen. Wie kann man Schönheit mit simplen Zutaten erschaffen? „Wir haben zum Beispiel Haute-Couture-Themen mit einfachen, robusten Materialien umgesetzt, wie alt aussehendes Leder, oder schwere Baumwollarten“, sagte Raf Simons backstage.

Plötzlich wirkt ein „Opera Coat“ in der Ledervariante ungewohnt hart, ein Bustierkleid überraschend maskulin. Kleider, die an Vintage-Nachthemden erinnern, bestehen aus einem Vlies-ähnlichen Material und Schleppen werden an Blazer appliziert. Wie so oft werden gewohnte Kleidungsstücke bei Prada verformt und verfremdet – so wie die Show-Location selbst. Dieses Mal war der Laufsteg in einzelne Räume unterteilt, durch kleine Fenster in den Wänden konnten die Zuschauer auf Bildschirme blicken. Darauf waren Szenen zu sehen, gedreht von Regisseur Nicolas Winding Refn, Macher von Filmen wie „Drive“ oder „The Neon Demon“. Winding Refn hat mit Prada und Simons die Show-Location konzipiert: Eine Filmkulisse, durch die die Models stolzierten wie Filmfiguren.  Silvia Ihring

PRADA

IAN GRIFFITHS FÜR MAX MARA

Hut ab!

Der Riviera-Style: Keiner trug ihn besser als Renée Perle. In den Geschichtsbüchern wird sie als stille Muse und Geliebte des Fotografen Jacques-Henri Lartigue bezeichnet und ist auf seinen denkwürdigsten Bildern zu sehen. Die mit Kajal umrandeten Augen und das mit den Fingern gewellte Haar sind unverkennbar. Max Maras Kreativdirektor Ian Griffiths lässt sich von der 30er-Jahre Ikone inspirieren: rückenfreie Tanks, voluminöse Matrosenhosen aus Segeltuch, schlappe, breitkrempige Sonnenhüte, lange, fließende Röcke und eine Baumwoll-Badekappe.