Zwei coole 68er

IWC ist zurück auf dem Rennkurs von Goodwood; bei der Stirling Moss Trophy ging das Racing-Team der Marke mit seinem 300 SL „Gullwing“ an den Start. Dazu erscheint ein auf 50 Exemplare limitiertes Set aus Auto und Uhr: einer besonderen „Pilot’s Watch Chronograph“-Edition und dem Mercedes-Benz 300 SL „Racing Works Edition“ von Hot Wheels, präsentiert in einem Werkzeugkasten aus Metall.

Uhren- und Spielzeugmarke betonen, sie verbinde mehr als nur präzise Mechanik und die Begeisterung fürs Automobile. Sie stünden für US-amerikanischen Unternehmergeist (IWC-Gründer Florentine A. Jones stammte aus Boston) – und sind beide stolze 68er: IWC wurde 1868, Hot Wheels 100 Jahre später etabliert. Das Set mit der Nummer 1 wird bei Bonhams online versteigert – zugunsten einer Stiftung, die Kindern Erfinder- und Unternehmergeist vermitteln will. Jan Lehmhaus

Pistenfertig

Bei Chanel ist man zum Glück auf Minusgrade und die damit verbundene Schwierigkeit, mollige Ganzkörperdaune in einen Look zu verwandeln, vorbereitet. Mit figurbetonten Silhouetten und wollenem Kamelien-Muster in Pink, Schwarz und Grau lässt die Coco Neige 2021/22 Winterkollektion keinen Winterblues aufkommen. Das Gesicht der Kampagne ist K-Pop-Musikerin und Markenbotschafterin Jennie. Die 25-Jährige gilt weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt Seoul hinaus als Modeikone und zeigt sich von der Eleganz, mit der Chanel Kreativdirektorin Virginie Viard Ski-Mode entwirft, beeindruckt. Doch auch sie selbst kennt sich mit Schnee aus. Die Koreanerin verbrachte ein Jahr ihrer Schulzeit in Neuseeland. Die Kollektion gibt’s ab 19. Oktober.

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Größer, schneller, schicker

Dass Kreative in der Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten in andere Dimensionen abheben, ist spätestens seit der Kooperation zwischen Louis Vuitton’s Kreativdirektor Virigil Abloh und Mercedes Chef-Designer Gorden Wagener im vergangenen Jahr klar. Für das erste gemeinsame Projekt verwandelte Abloh die berühmte G-Klasse in ein weiß-türkises Kunstmobil.

Abloh sagte damals:  “Unsere Zusammenarbeit basiert auf der Unterhaltung zwischen zwei Leuten über die Idee eines emotionalen Outputs, ein Crash zwischen meiner Welt und meinen Vorstellungen und Gordens Universum.” Nun hat es wieder geknallt, die erfolgreiche Zusammenarbeit wird mit dem „Project MAYBACH“ fortgeführt. 100 Jahre nach der Präsentation des ersten Mercedes-Maybachs sollen mit einem elektrischen Showcar neue Design-Standards gesetzt werden. Am 1. Dezember. Natürlich nicht im Rahmen einer Automesse sondern der Art Basel in Miami.

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Auf der Pirsch

Fashion People in freier Wildbahn sind am besten direkt zu fotografieren. Allzu langes Staunen könnte nämlich als unangenehmes Gaffen aufgefasst werden. Hier ein Exemplar im Leo-Look mit Feminist-Bag. Der Schnappschuss am großen Bassin in den Tuilerien gelang dem chinesischen Fotografen Feng Li für die Bildbandserie „Fashion Eye Paris – Feng Li“ von Louis Vuitton. Gibt’s ab 10. November.

Von weit her

Vom Koffermacher zum international gefeierten Luxus-Modehaus zu avancieren, ist wohl das französische Pendant zum amerikanischen Traum. Dies gelang Handwerker und Unternehmer Louis Vuitton vor genau 200 Jahren. Gefeiert wird das Jubiläum mit 200 Kreativen und ihren Ideen – unter ihnen Constantin Prozorov. Auf Instagram und in der Modewelt werden die Arbeiten des Berliners längst gefeiert: Bunte, Wimmelbild-artige Collagen, auf denen man auch nach stundenlangem Betrachten neue Feinheiten entdeckt, sind sein Markenzeichen. Für Louis Vuitton inszenierte er den traditionsreichen Koffer mit Blick auf die Zukunft: Der Film zeigt das Gepäckstück als überirdisches Objekt, das die Schönheit des Planeten offenbart. Die Animation ist ab sofort weltweit in den Louis Vuitton Stores zu sehen.  

„We can’t ever be sure of what might happen next. To give up control and be directly in touch with the unpredictable is to be part of nature, to see and feel it at its most intense – to be at one with a world that is bigger and more powerful than we are.“

Creative Director Sarah Burton, Alexander McQueen Spring/Summer 2022

„Dress from a Dream“
„The Glass Sui“
„The Velvet Impossible Jacke
„The Mosaic Impossible Jacket!
„The Lion Crown“
„The Impossible Tiara“
„The Gold Impossible Jacket“
„The Dodge Crown“

Virtuelle Handarbeit

Was macht anspruchsvolles Handwerk aus und wer bestimmt, wie viel es wert ist? Es wird immer schwieriger, diese Fragen zu beantworten, erst recht, seitdem sich Kreativität längst nicht mehr nur auf die analoge Welt beschränkt. Stattdessen wird der virtuelle Raum als eine weitere Möglichkeit gesehen, Dinge zu erschaffen, die schön und begehrenswert sind – und dementsprechend ihren Wert haben. Dolce & Gabbana, die technologischen Innovationen stets offen gegenüberstehen, glauben ebenfalls daran, dass die Kraft ihrer Ideen und die Qualität ihrer Arbeit auch in Pixeln sicht- und spürbar ist.

Anlässlich ihrer Alta Moda-Schau in Venedig im August veranstalteten sie gemeinsam mit der Online-Plattform für digitale Mode- und Luxusprodukte UNXD eine Auktion, auf der sie eine Kollektion aus einzigartigen physischen aber auch rein digitalen Fashion-Pieces verkauften – sogenannte NFTs, die durch diese besondere Krypto-Technologie auf der Blockchain als authentisch und einzigartig verifiziert werden können. Das Alta Moda-Unikat aus dem Laufsteg als digitale Version für die ganz persönliche Internet-Schatzkiste: Ja, Sammler sind bereit, dafür viel Geld zu bezahlen. 1885,73 ETH, also die Kryptowährung Ether (in US-Dollar umgerechnet betrug die Summer über fünf Millionen), wurden bei der Versteigerung der Collezione Genesi eingenommen. Ein Beweis, dass Luxus längst über die gängigen Vorstellungen hinaus neu definiert wird – auch von Dolce & Gabbana. Silvia Ihring

Der Architekt Peter Marino im Interview über seinen Garten

Frauenpower. Klingt irgendwie abgedroschen, auch wenn wir wissen, dass generell noch viel zu tun ist. Aber es gibt gerade in der Mode tolle Vorbilder. Allein was Maria Grazia Chiuri bei Dior oder Veronica Etro im gleichnamigen Familienunternehmen an Kreativität, Schönheit und Gedankenwelt präsentieren, ist von mitreißender Kraft.

Grüße von Veronica Etro und Maria Grazia Chiuri zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

LASS DIE PUPPEN BAUMELN

Freunde kann man sich aussuchen, die Familie nicht. Nun ja, das stimmt nicht so ganz. Familienzuwachs der schillernden Art gibt es bei Louis Vuitton. Vivienne, ihres Zeichens ein diamantbesetzter Kettenanhänger, bekommt drei Jahre nach ihrer Lancierung gleich zehn Geschwister. Thematisch stehen die für alles, was das Leben schöner macht: Romantik, Lebenslust oder Surfen.

LOEWE Spring Summer 2022

IN ALLEN FACETTEN

Man möchte meinen, das Gebäude, das das Œuvre Christan Diors zu fassen vermag, müsse erst noch gebaut werden. Vor allem bekannt für seinen „New Look“, ging sein Schaffen weit darüber hinaus. Das Brooklyn Museum stellt sich der Herausforderung und beherbergt nun die Ausstellung „Christian Dior: Designer of Dreams“. Kuratiert wurden neben über200 Haute-Couture-Stücken Fotografien, Skizzen und Videos. Bis 20. Februar, New York.

QUALITÄTSCREDO

Was den Output betrifft, so gehören die Dresdner von Lang & Heyne zu den ganz kleinen Manufakturen, über Jahre haben sie kaum 100 Uhren pro Jahr gefertigt. In Qualität, Fertigungstiefe und Ästhetik jedoch sind sie in der Spitzenklasse. Nur einen Zeitmesser aus Stahl haben sie noch nie kreiert, das hat sich nun geändert: Die „Hektor“ bedient in ihrer Sportlichkeit exakt das Marktsegment, das derzeit am meisten nachgefragt wird. Besonders raffiniert wirkt das Band – und das Werk zeigt deutlich die Handschrift des Konstrukteurs Jens Schneider. Dessen Credo lautet, dass eine klare, saubere Aufteilung immer komplizierte Spielereien schlägt. Das ist durch den Glasboden sehr gut zu sehen.

Drei Zifferblattfarben stehen zur Auswahl – Grau, Blau und Grün. Das ist Geschmacksache, dem Vernehmen nach übersteigt die Nachfrage bei den Händlern aber jetzt schon die limitierte Produktionszahl von 99 Stück. Das ist kein Wunder – mit 16.900 Euro liegt die Serie deutlich unter dem Preisniveau großer Häuser wie Audemars Piguet oder Patek Philippe. Die Uhrmacherei in dem Modell ist trotzdem über jeden Zweifel erhaben. Philip Cassier

Psycho-Chic 

Zwischen  Futurismus und avantgardistischer Kunst bewegte sich einst Designerin Elsa Schiaparelli. Die neueste Schiaparelli-Kollektion von Creative Director Daniel Roseberry folgt ihrem Vorbild. Auf den Spuren der Namensgeberin vereint die Kollektion Dualismen, die ihren Charakter ausmachten: Übergroßer Goldschmuck, breite Streifen und betonte Weiblichkeit. Fantasy-Bademode als Flucht aus der Realität – typisch Schiaparelli. Live aus Paris

GIVENCHY SS22

 „Für die Frühjahr-Sommer-Kollektion 22 wollte ich auf der Tradition der Geschichte von Givenchy aufbauen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft werfen. Um dies zu erreichen, habe ich mit Menschen zusammengearbeitet, die ich in verschiedenen Disziplinen bewundere und die wirklich einzigartige Perspektiven haben.“

 Matthew M. Williams, Kreativdirektor, Givenchy