Zurück in die Zukunft

Swatch hat wieder ganz tief ins Archiv gegriffen. Fünf Modelle von 1984 erscheinen genau so shocking bunt, wie sie 1984 waren. Darunter diese „Rouge & Noir“ und die „Gre_Mem L“ mit schwer erratischem Zifferblatt. 27 Jahre später sind die Uhren deutlich größer als die Originale und haben Gehäuse aus nachhaltiger Bioceramic.

E/MOTION

Die Welt steht Kopf und die Modewelt gleich mit. Allerdings nicht unbedingt auf die Art und Weise wie man es imn diesen Kreisen gemeinhin begrüßt. Denn der Spaß hat ein Loch. Wie kann man es flicken und den Spaß gleichzeitig revitalisieren? „E/MOTION. Fashion in Transition“ ist eine Ausstellung im Antwerpener Modemuseum MoMu und beschäftigt sich mit dieser Frage. Dafür blickt man auf die Emotionen zurück, die die Mode in den letzten Jahren in der Gesellschaft aufgelöst hat und wagt darauf aufbauend einen Blick in die Zukunft. Mehr als nur Kleidung greift Mode seit je her gesellschaftliche Debatten und Strömungen auf und antizipiert sie in manchen Fällen sogar. Das MoMu ist hier ebenfalls Taktgeber. Liegt es doch mitten in einer Stadt, die stets ihren ganz eigenen unverwechselbaren Stil hervorgebracht hat und dem Körper stets einen schlauen Kopf aufgesetzt hat. Heike Blümner

Fantastische Tierwesen

Wer einen Blick in treue Hundeaugen wirft, versteht schnell, warum diese Tiere als bester Freund des Menschen gelten. Doch Konkurrenz naht: Schließlich können auch Katzen, Kaninchen oder Schildkröten beständige Gesellen sein. Valentino nimmt nun die Bindungen zwischen Besitzern und ihren Haustieren zum Anlass, um die Rockstud Pet Kollektion zu erweitern: Künstler Riccardo Cusimano personalisiert dafür Hoodies, Decken oder Handtaschen und mit dem Konterfei des Haustieres und den Initialen des Besitzers. Ab sofort online bestellbar.

Kunst im Taschenformat

Bei Modeliebhabern haben Taschen häufig den Status eines kostbaren Sammelobjekts, das nicht selten preislich wie optisch einem Kunstobjekt gleichkommt. Die Taschen-Kollektion „The Upcycling Tour” von MCM erfüllt den künstlerischen Anspruch auch darüber hinaus. Fünf deutsche Kreative haben anlässlich des 45. Geburtstages des Hauses die beliebtesten Klassiker neu interpretiert. Entstanden tragbare Kunstwerke mit Aufdrucken und Intarsien, die den modernen MCM-Zeitgeist widerspiegeln sollen. Auf 25 Exemplare limitiert, sind sie nur in den Heimatstädten der Künstler erhältlich: München, Berlin, Frankfurt, Hamburg und Wien.

Kooperation zwischen MCM und den Kreativen IPMC BY TRONJE THOLE VAN ELLEN, DENNIS BUCK, NONOT STUDIOS, THATBOII BY CHELO und SOFIE ROYER

Lederschlange

Ist das eine Plastik, oder darf man drin sitzen? Die Frage stellt sich gefühlt bei zwei Dritteln aller Sofas von DeSede. Denn die Modelle der Schweizer Manufaktur sind wie Skulpturen geformt und haben eine solche Wucht, als würde man am liebsten gleich ganze Berglandschaften mit Leder beziehen. Dass sie das handwerklich könnten, daran lassen all die perfekt verarbeiteten Stücke keinen Zweifel. Jetzt ist das „DS-707“ dazugekommen, für das sich der britisch-kanadische Designer Philippe Malouin am Brutalismus orientierte und diesen mit den fließenden, weichen Übergängen der Postmoderne verbunden hat. Das modulare System mit seinen Schlaufen und Bögen ist so üppig wie geschmeidig und natürlich eine Leistungsschau der Lederverarbeitung. Aber: Man kann es, das ist ganz neu bei DeSede, jetzt auch mit Stoffbezügen haben. Die Berge ließen sich sicher auch darin einnähen.

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Zwei coole 68er

IWC ist zurück auf dem Rennkurs von Goodwood; bei der Stirling Moss Trophy ging das Racing-Team der Marke mit seinem 300 SL „Gullwing“ an den Start. Dazu erscheint ein auf 50 Exemplare limitiertes Set aus Auto und Uhr: einer besonderen „Pilot’s Watch Chronograph“-Edition und dem Mercedes-Benz 300 SL „Racing Works Edition“ von Hot Wheels, präsentiert in einem Werkzeugkasten aus Metall.

Uhren- und Spielzeugmarke betonen, sie verbinde mehr als nur präzise Mechanik und die Begeisterung fürs Automobile. Sie stünden für US-amerikanischen Unternehmergeist (IWC-Gründer Florentine A. Jones stammte aus Boston) – und sind beide stolze 68er: IWC wurde 1868, Hot Wheels 100 Jahre später etabliert. Das Set mit der Nummer 1 wird bei Bonhams online versteigert – zugunsten einer Stiftung, die Kindern Erfinder- und Unternehmergeist vermitteln will. Jan Lehmhaus

Pistenfertig

Bei Chanel ist man zum Glück auf Minusgrade und die damit verbundene Schwierigkeit, mollige Ganzkörperdaune in einen Look zu verwandeln, vorbereitet. Mit figurbetonten Silhouetten und wollenem Kamelien-Muster in Pink, Schwarz und Grau lässt die Coco Neige 2021/22 Winterkollektion keinen Winterblues aufkommen. Das Gesicht der Kampagne ist K-Pop-Musikerin und Markenbotschafterin Jennie. Die 25-Jährige gilt weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt Seoul hinaus als Modeikone und zeigt sich von der Eleganz, mit der Chanel Kreativdirektorin Virginie Viard Ski-Mode entwirft, beeindruckt. Doch auch sie selbst kennt sich mit Schnee aus. Die Koreanerin verbrachte ein Jahr ihrer Schulzeit in Neuseeland. Die Kollektion gibt’s ab 19. Oktober.

ICON – die Design-Ausgabe

Größer, schneller, schicker

Dass Kreative in der Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten in andere Dimensionen abheben, ist spätestens seit der Kooperation zwischen Louis Vuitton’s Kreativdirektor Virigil Abloh und Mercedes Chef-Designer Gorden Wagener im vergangenen Jahr klar. Für das erste gemeinsame Projekt verwandelte Abloh die berühmte G-Klasse in ein weiß-türkises Kunstmobil.

Abloh sagte damals:  “Unsere Zusammenarbeit basiert auf der Unterhaltung zwischen zwei Leuten über die Idee eines emotionalen Outputs, ein Crash zwischen meiner Welt und meinen Vorstellungen und Gordens Universum.” Nun hat es wieder geknallt, die erfolgreiche Zusammenarbeit wird mit dem „Project MAYBACH“ fortgeführt. 100 Jahre nach der Präsentation des ersten Mercedes-Maybachs sollen mit einem elektrischen Showcar neue Design-Standards gesetzt werden. Am 1. Dezember. Natürlich nicht im Rahmen einer Automesse sondern der Art Basel in Miami.

Auf der Pirsch

Fashion People in freier Wildbahn sind am besten direkt zu fotografieren. Allzu langes Staunen könnte nämlich als unangenehmes Gaffen aufgefasst werden. Hier ein Exemplar im Leo-Look mit Feminist-Bag. Der Schnappschuss am großen Bassin in den Tuilerien gelang dem chinesischen Fotografen Feng Li für die Bildbandserie „Fashion Eye Paris – Feng Li“ von Louis Vuitton. Gibt’s ab 10. November.

Von weit her

Vom Koffermacher zum international gefeierten Luxus-Modehaus zu avancieren, ist wohl das französische Pendant zum amerikanischen Traum. Dies gelang Handwerker und Unternehmer Louis Vuitton vor genau 200 Jahren. Gefeiert wird das Jubiläum mit 200 Kreativen und ihren Ideen – unter ihnen Constantin Prozorov. Auf Instagram und in der Modewelt werden die Arbeiten des Berliners längst gefeiert: Bunte, Wimmelbild-artige Collagen, auf denen man auch nach stundenlangem Betrachten neue Feinheiten entdeckt, sind sein Markenzeichen. Für Louis Vuitton inszenierte er den traditionsreichen Koffer mit Blick auf die Zukunft: Der Film zeigt das Gepäckstück als überirdisches Objekt, das die Schönheit des Planeten offenbart. Die Animation ist ab sofort weltweit in den Louis Vuitton Stores zu sehen.  

„We can’t ever be sure of what might happen next. To give up control and be directly in touch with the unpredictable is to be part of nature, to see and feel it at its most intense – to be at one with a world that is bigger and more powerful than we are.“

Creative Director Sarah Burton, Alexander McQueen Spring/Summer 2022

„Dress from a Dream“
„The Glass Sui“
„The Velvet Impossible Jacke
„The Mosaic Impossible Jacket!
„The Lion Crown“
„The Impossible Tiara“
„The Gold Impossible Jacket“
„The Dodge Crown“

Virtuelle Handarbeit

Was macht anspruchsvolles Handwerk aus und wer bestimmt, wie viel es wert ist? Es wird immer schwieriger, diese Fragen zu beantworten, erst recht, seitdem sich Kreativität längst nicht mehr nur auf die analoge Welt beschränkt. Stattdessen wird der virtuelle Raum als eine weitere Möglichkeit gesehen, Dinge zu erschaffen, die schön und begehrenswert sind – und dementsprechend ihren Wert haben. Dolce & Gabbana, die technologischen Innovationen stets offen gegenüberstehen, glauben ebenfalls daran, dass die Kraft ihrer Ideen und die Qualität ihrer Arbeit auch in Pixeln sicht- und spürbar ist.

Anlässlich ihrer Alta Moda-Schau in Venedig im August veranstalteten sie gemeinsam mit der Online-Plattform für digitale Mode- und Luxusprodukte UNXD eine Auktion, auf der sie eine Kollektion aus einzigartigen physischen aber auch rein digitalen Fashion-Pieces verkauften – sogenannte NFTs, die durch diese besondere Krypto-Technologie auf der Blockchain als authentisch und einzigartig verifiziert werden können. Das Alta Moda-Unikat aus dem Laufsteg als digitale Version für die ganz persönliche Internet-Schatzkiste: Ja, Sammler sind bereit, dafür viel Geld zu bezahlen. 1885,73 ETH, also die Kryptowährung Ether (in US-Dollar umgerechnet betrug die Summer über fünf Millionen), wurden bei der Versteigerung der Collezione Genesi eingenommen. Ein Beweis, dass Luxus längst über die gängigen Vorstellungen hinaus neu definiert wird – auch von Dolce & Gabbana. Silvia Ihring

Der Architekt Peter Marino im Interview über seinen Garten

Frauenpower. Klingt irgendwie abgedroschen, auch wenn wir wissen, dass generell noch viel zu tun ist. Aber es gibt gerade in der Mode tolle Vorbilder. Allein was Maria Grazia Chiuri bei Dior oder Veronica Etro im gleichnamigen Familienunternehmen an Kreativität, Schönheit und Gedankenwelt präsentieren, ist von mitreißender Kraft.

Grüße von Veronica Etro und Maria Grazia Chiuri zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

LASS DIE PUPPEN BAUMELN

Freunde kann man sich aussuchen, die Familie nicht. Nun ja, das stimmt nicht so ganz. Familienzuwachs der schillernden Art gibt es bei Louis Vuitton. Vivienne, ihres Zeichens ein diamantbesetzter Kettenanhänger, bekommt drei Jahre nach ihrer Lancierung gleich zehn Geschwister. Thematisch stehen die für alles, was das Leben schöner macht: Romantik, Lebenslust oder Surfen.