Captain Future Gorden Wagener, Kreativchef der Daimler Group

Vorbild, guter Typ, Umarmer, Freund. Denn was die Welt braucht, sind eben keine Politikerschauspieler und Dröhner, sondern Männer aller Art. Wir haben wieder einige Vorbilder getroffen. Gute Typen, ganz unterschiedlich. Das ist unsere Welt.

Inga Griese über Mr ICON

1984 entstand die Aufnahme von Fotograf Joel Meyerowitz. 36 Jahre später wirkt sie geradezu irritierend aktuell. Der Mann in Sakko, Hemd und Krawatte spiegelt sich im Wasser, beim zweiten (oder ersten?) Blick sieht man seine nackten Beine. Des Königs neue Hosen. Wie soll er sein, der Mann? Das glatte Wasser täuscht die Sinne, die gesellschaftliche Diskussion schlägt Wellen, und womöglich steht er da gar nicht so fest im Sand. Gleichwohl aufrecht. Und nein, nicht kurz vorm Untergang. Mr ICON November 2020.

 

Photo: „Rick“ © Howard Greenberg Gallery. On view until mid-May 2021 in the exhibition „America 1970s/80s“ in der Helmut Newton Foundation in Berlin.

Es gibt tatsächlich etwas, das alle Männer heute verbindet, die zu mir kommen: Sie sind auf der Suche. Sie verspüren eine große Unbestimmtheit und Unsicherheit, wie man als Mann sein darf, sein soll. Was überhaupt möglich ist. Diese Verunsicherung betrifft junge wie ältere Männer, sie geht durch alle Schichten. Fast alle meine Klienten sind an einem Punkt, privat oder in der Karriere, in der sie das Gefühl haben: Mit der Art, wie ich bin, bin ich nicht mehr erwünscht.

Coach Sven Rebel in Mr ICON

Fotograf: Sven Bänziger c/o Kathrin Hohberg; Styling: Silja Lange; Model: Paula Bertolini; Haare & Make-up: Ellen Romeijn c/o Kathrin Hohberg; Fotoassistenz: Flavio Leone; Lichtassistenz: Jorin Koers; Stylingassistenz: Jakob Schaefer; Casting: Martin Freimoser

„Die Eycks wünschten sich eigentlich eine Art Miniaturmuseum und einen Arbeitsraum für den Gärtner. Aber weil der Vorgängerbau ein Hühnerstall war und der Denkmalschutz nur einen solchen wieder genehmigen wollte, wurde in den Entwurf kurzerhand ein Platz fürs Federvieh integriert, mit Vollverglasung, eigens designierter Hühnerstange und Brutbox aus Edelstahl. Die Viecher freilich beeindruckt das wenig. Sie verbringen ihre Tage gackernd, scharrend und pickend zwischen dem ultraschicken Stall und ihrem Gehege auf der Rückseite des Hauses.“

Gabriele Thiels über das Kasteel Wijlre. Interview folgt.

Der Stein wird mit einem speziellen Diamantschneidewerkzeug zugeschnitten und die Oberfläche mit einem Sandstrahler abgeschliffen.
Aus den Blöcken werden nun Latten herausgeschnitten.
Damit die Tischplattenpaneele später lasiert werden können, müssen zunächst die Poren des Steins geschlossen werden.
Sechs Stunden dauert es, bis der Ofen auf 900 Grad Celsius vorgeheizt ist, um die Paneelezwölf Stunden darin zu backen.
Farbiges Emaille wird von Hand vorbereitet, indem verschiedenfarbige Mineralien mit weißem Emaille gemischt werden. Das Grundemaille wird anschließend in einer Staubschutzkabine auf die Paneele aufgetragen und 24Stunden getrocknet.
Darüber werden mehrere Schichten eines neutralen oder farbigen Kristallins mit einem Schwamm eingearbeitet. Dies verstärkt den Craquelé- Effekt.
Beide Farbvarianten müssen danach einen behutsamen Trock- nungsprozess durchlaufen, bei dem sie immer wieder in Zyklen von 48 Stunden im Ofen bei 950 Grad Celsius getrocknet werden.
Im letzten Schritt müssen die Paneele auskühlen. Ein Handwerker prüft, ob sich Unregelmäßigkeiten in das Material eingeschlichen haben. Zum Schluss werden die Paneele auf dem Tisch montiert.
Der „Nox“-Tisch von Tribù

Der Bauplan: „Nox“-Tisch von Tribù

In den Ateliers und Manufakturen dieser Welt werden weiterhin Handwerkskünste gepflegt, und wir schauen dabei zu. Heute: Der Outdoor-Tisch „Nox“. Was der Vesuv ausspuckt, bleibt ewig. Beste Voraussetzungen für die Möbelmacher von Tribù, um aus dem 400 Jahre alten Lavagestein des Vulkans  „Nox“ zu fertigen. Mit einem schlanken Untergestell aus pulverbeschichtetem Edelstahl wirkt er leicht und elegant: ein Entwurf, der typisch ist für das belgische Familienunternehmen, das 1967 von Henri De Cock als Gartenmöbelfirma gegründet und ab 1987 von seinem Sohn Lode zur Designmarke Tribù geformt wurde. Heute führen Lodes Söhne Tom und Koen die Geschäfte – und Tribù steht für Outdoormöbel in schlicht-eleganten Formen aus natürlichen Materialien, die man sich wie „Nox“ auch im Esszimmer vorstellen könnte. Seine Herstellung in acht Schritten.

Der Bauplan. In jedem ICON Magazin ein anderes Produkt.

Nächster Stopp für den Hyères-Gewinner: Berlin 

Seit Jahren unterstützt Mercedes Benz das bekannte Festival für junge Modetalente im südfranzösischen Hyères. Der Designer, der in diesem Jahr besonders davon profitiert, ist Tom Van Der Borght. Der Belgier hat gerade den wichtigsten Preis des Festivals gewonnen und wird im Zuge dessen seine Kollektion auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin im Januar vorstellen. Borght ist Absolvent der Stedelijke Academie voor Schone Kunsten Sint-Niklaas in Gent, gründete sein Label bereits 2013. Er überzeugte die Jury, angeführt von Jonathan Anderson, mit Männerentwürfen aus extremen Silhouetten, überdekorierten Stoffen und grellen Farben.

Inselgeschichte mit Christian Brückner. Illustriert von Tim Dinter.

KUNST STÜCKE

ICON OKTOBER

ZIMMER FREI

Sich im großen Ganzen zu verlaufen ist naheliegend. Dass auch im Kleinen nicht immer klar ist, wo man steht, zeigt auf einnehmende Weise dieses Bild. Fotograf Andreas Gursky nahm das Foto „Taipeh“ 1999 im Atrium eines Hotels auf. Zum Heranzoomen lädt noch bis 1. November die Online- Retrospektive „Space is Time“ ein. spruethmagers.com

Makellosigkeit ist der intolerante Nachbar der Langeweile. Schönheit, die berührt, wirkt lebendig durch Brüche und Spannungen. Shiseido hebt dieses Credo, das in der Beauty-Branche derzeit für einen Paradigmenwechsel sorgt, auf die künstlerisch-philosophische Ebene.

Mehr Neuigkeiten aus der Beauty-Welt?

In unserem neuen Kosmetik-Channel. 

Petticoatkleid aus Seidenstoff mit Guipure-Spitze, Stretch-Rollkragen, Bomberjacke mit Epauletten und Ledersneaker: alles Louis Vuitton. Stühle: „Bell Chair“ aus recyceltem Kunststoff von Konstantin Grcic für Magis
Ärmelloses, tailliertes Kleid aus verschiedenen Denimpatches, silberner Choker und Armcuffs: Alexander McQueen. Die Schürze ist von Tesselschade-Arbeid Adelt, einer Organisation von 1871, die es Frauen ermöglichte, ihre Produkte zu verkaufen, und die heute sieben Geschäfte in den Niederlanden betreibt
Mantel aus schwerem Baumwollstoff mit weißen Perlen von Stella McCartney. Rollkragenpullover mit Zipper am Rücken, Shorts, Netzsocken und Mary Janes mit extradicker Plateausohle: alles Gucci
Seidenbluse, 7/8-Hose aus Velvet-Kalbsleder, Netzstrümpfe und Mary Janes aus schwarzem Lackleder: alles Dior
Kostüm, Pullunder, ärmellose Baumwoll-Bluse, Seidenkrawatte und Schnürer aus Lackleder: alles Prada. Wandbild aus bunten Flicken „14101“ von Klaas Kloosterboer, 2014
Strickpullover mit buntem Kreuzmotiv vorn und extraweite Leder-Jogpants sowie Mini-Umhängetasche mit Kette aus großen Perlen: alles Chanel. Lederboots: Alexander McQueen
Bluse, Kette und Hose: Celine
Mantel aus isländischem Lammfell in verschiedenen Gelbtönen, Bluse, 5-Pocket-Jeans und Lederstiefel: alles Bottega Veneta
Pullover und Wickelrock aus Alpakawolle: Jil Sander. Puddle Boots: Bottega Veneta. Grauer Cocktailsessel „Polo“ aus Eschenholz mit Samtstoffbezug von Andreas Weber für BW Bielefelder Werkstätten. Im Hintergrund: das Gewächshaus und der gläserne Hühnerstall. Der war Vorraussetzung für die Genehmigung für den neuen Ausstellungssbau, denn die Hühner wohnten hier zuerst
LED-Bogenleuchte „Mito raggio“ mit Gestensteuerung und stufenlos regelbarer Lichtfarbe: Occhio
Sonnenbrille: Chanel. Beistelltisch „Noor“ in Platinfarbe aus zweifach gebrannter Keramik von Christophe Delcourt: Minotti über Pesch
Samtkleid mit Spitzen-Einsätzen vorn und hinten: Fendi. Sneaker mit Strasssteinen: Miu Miu. Schwarze, stapelbare Hocker „Bow“ aus formgepresstem und massivem, dampfgebogenem Holz von Uli Budde & Ivan Kasner für Arco
Outdoor-Stühle „Moka“ aus rostfreiem Chrom-Nickel-Stahl; Entwurf von Asnago & Vender für Flexform
Hocker und Beistelltisch zugleich ist „Colosseo Outdoor“ von Naoto Fukasawa für B&B Italia über Pesch in Köl
Auf dem Cover: Steppmantel: Longchamp. Hose: Arthur Arbesser. Drehsessel „Cream“ von Studio Truly Truly für Leolux

Zu Gast im Park

Ein Wasserschloss, ein Garten voller Kunst und ein Ausstellungspavillon, der als Hühnerstall dient: Kasteel Wijlre in den Niederlanden ist ein Kosmos mit eigenem Zauber. Die neuen skulpturalen Möbel und die Herbstmode fügten sich perfekt ein.

Fotograf: Sven Bänziger c/o Kathrin Hohberg; Styling: Silja Lange; Model: Paula Bertolini; Haare & Make-up: Ellen Romeijn c/o Kathrin Hohberg; Fotoassistenz: Flavio Leone; Lichtassistenz: Jorin Koers; Stylingassistenz: Jakob Schaefer; Casting: Martin Freimoser

Die kreisförmige Skulptur? „Gebroken Cirkel“ von Ad Dekkers  © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Kunst kann auch nicht das, was Design kann: nämlich unseren Alltag verbessern. Kunst verstört oder zwingt uns zur Bewunderung, zur Distanz auch. Aber Design ist Kommunikation, macht das Leben angenehmer, erhebt auch keinen Ewigkeitsanspruch.

Wolfgang Joop. ICON Oktober, die Designausgabe. Sonntag in WELT AM SONNTAG.

Episode 30: Gabrielle „Coco“ Chanel and literature. Reading as a way of escape. As a child, she devoured serialized novels, and dreamed of becoming a heroine herself.

Unter Freunden und Papageien

Maskuline Eleganz kann seltsam und unberechenbar sein“, sagt Gucci-Chefdesigner Alessandro Michele. Schließlich kann sie jeder Mann anders interpretieren – dezent, seriös, exzentrisch, wild. Die drei Männer in Guccis neuester Männerkampagne haben sich für die letzten beiden Varianten entschieden. Iggy Pop, A$AP Rocky und Tyler, The Creator, versammeln sich in einer Villa in Los Angeles und treten in Szenen auf, die den typischen „Rockstar-Lifestyle“ heraufbeschwören. Alle haben sichtlich Spaß (auch wegen der zwei tierischen Models, Pops Papagei BiggyPop und sein blau gefiederter Freund) und bringen die ohnehin auffälligen Outfits noch mehr zum Leuchten. So sehr ihre Stile und Musik sich voneinander unterscheiden, so vereint fühlen sie sich in ihrer gemeinsamen Liebe zum Eklektizismus, zu Mode und bedingungslosen Selbstausdruck.  Silvia Ihring

Creative Director: Alessandro Michele
Art Director: Christopher Simmonds
Photographer/Director: Harmony Korine
Hair: Paul Hanlon
Make-up: Thomas De Kluyver
Talents: A$AP Rocky; Iggy Pop; Tyler, The Creator

Creative Director: Alessandro Michele
Art Director: Christopher Simmonds
Photographer/Director: Harmony Korine
Hair: Paul Hanlon
Make-up: Thomas De Kluyver
Talents: A$AP Rocky; Iggy Pop; Tyler, The Creator

 

VIDEO MUSIC: “Supernature”. Performed by Cerrone
Written By: Marc Cerrone, Lili Marlene Premilovich, Alain Wisniak
Published By: Kobalt Songs Music Publishing, Because Editions /Concord Music Publishing
Courtesy of Malligator Préférence under license from Because Music

“Plant man den schnellen Erfolg, das schnelle Absahnen, die schnelle Nummer, dann wird das nix mit der Ewigkeit. Nachhaltigkeit und Achtsamkeit heißt nicht nur Umwelt okay, es heißt auch die Ewigkeitsschäden vermeiden. Bitte auch in der Kunst!”

 Florentine Joop

Jil Sander

Spring Summer 2021

Lucie und Luke Meiers Jil Sander: Ihre Herangehensweise und der Ton erzählen von Geduld und von einem authentischen Zeitgefühl – von Dingen und Werten, die bestehen bleiben. Maßschneiderei, Handwerkskunst und Achtsamkeit.