GIVENCHY SS22

 „Für die Frühjahr-Sommer-Kollektion 22 wollte ich auf der Tradition der Geschichte von Givenchy aufbauen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft werfen. Um dies zu erreichen, habe ich mit Menschen zusammengearbeitet, die ich in verschiedenen Disziplinen bewundere und die wirklich einzigartige Perspektiven haben.“

 Matthew M. Williams, Kreativdirektor, Givenchy

Nicht nur für zarte Blümchen

Nach Monaten, die von Loungewear und wenig Glamour geprägt waren, setzt Giambattista Valli in seiner Spring-Summer 2022 Kollektion auf altbekannte Herrlichkeit: üppiger Tüll, Rüschen und Blumenmuster erzeugen den typisch romantischen Look. Keine Sorge, asymmetrische Schnitte, Crop-Tops und transparente Teile bewahren vor Überzuckerung. Live aus Paris

Speedmaster mit Potential

Omegas neue „Speedmaster Chronoscope“ ist mit einem Durchmesser von 43 Millimetern ganz schön eminent geraten. CEO Raynald Aeschlimann möchte mit der Uhr zeigen, welches Kraft im Speedmaster-Konzept steckt, das eben auch anderes hergebe als die klassische „Moonwatch“. Während die neben der Kurzzeitmessung nur die Ermittlung der Geschwindigkeit erlaubt, ist die „Chronoscope“ ein Multitool, bestimmt auch Entfernungen (wie die eines herannahenden Gewitters) und die Pulsfrequenz. Für die Gestaltung der zusätzlichen Skalen hat sich Omega von historischen Modellen  der 1940er-Jahre inspirieren lassen, aber weise auf die verwirrende Spiralform früher Telemeter verzichtet.

Die Stahlversion gibt es in drei Farbvarianten. Bei der Premiere der Uhr flog das Publikum aber vor allem auf die Ausführung mit „Bronze Gold“-Gehäuse und dunkelbraun patiniertem Blatt. Das glänzend finissierte Handaufzugswerk 9908 ermöglicht, such das ist Aeschlimann wichtig, eine im Vergleich zu anderen Speedmaster-Modellen geringere Bauhöhe des Gehäuses. Ein Konzept mit Potential eben. Jan Lehmhaus

Der Gründer Gianni, seine Schwester Donatella, die Medusa, die Lust an Üppigkeit und Sexappeal, die Raffinesse der Schneiderkunst – Versace ist ohne Zweifel seit Jahrzehnten eine Ikone der Mode.

Grußkarte von Donatella Versace zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

15 Jahre – ein guter Anlass, sich ein paar grundsätzliche Gedanken darüber zu machen, wie unser Verhältnis bei ICON zur Mode ist. Wobei, Verhältnis greift in diesem Fall wohl zu kurz. Es handelt sich um eine liebevoll gepflegte, langjährige Beziehung. Das Schöne und das Erlesene hat in ICON seit je seinen festen Platz.  Man muss es nicht notwendigerweise besitzen, es reicht auch, sich daran zu erfreuen. Wir tun es.

Die Zeiten, in denen uns jede Saison eine neue It-Bag um die Ohren gehauen wurde, und ein neuer Trend, dem man folgen sollte, um ihn kurze Zeit darauf wieder zu begraben, sind glücklicherweise vorbei. Das kommt uns sehr entgegen. Denn wir glauben an eine DNA, die sich in den Namen aller großen, traditionellen Luxusmarken wiederfindet. Es geht um das Bekenntnis zur Exzellenz, sei es, was das Design, die Materialien und die Ver- arbeitung angeht. So entstehen Stücke, die für uns da sind, und nicht solche, die von uns einfach nur spazieren getragen werden wollen. Und genau solche inszenieren wir in ICON. Jetzt und in Zukunft.

Darina in einem Mantel und Tasche von Prada. Die Fotos entstanden in und vor den „Spreegraphen Studios“ in Berlin-Charlottenburg.
Oberteil und Kragen: Gucci, Kleid: Celine, Ohrringe: „Clash de Cartier“
Darina trägt eine Bluse von Saint Laurent über mytheresa.com
Darina trägt einen Pulli von Max Mara,
Kleid: Missoni, Ohrring „Love“ von Cartier. Kollege Bogdan trägt eine Jacke von Ermenegildo Zegna, Hemd: Etro
Darina trägt ein Kleid, Bogdan Mantel, Pullover und Hose von Jil Sander
Mantel und Hose: Giorgio Armani, Lochhemd und Minirock: Valentino, Schuhe: Unützer
Jacke und Latzhose: Gucci, Hemd: Dior Homme, Schuhe: Fendi
Der Anzug ist von Kiton. Hemd: Loro Piana. Jacke: Fendi
Mantel und Rollkragen: Hermès, Bluse und Unterrock: Dior, Ohrringe: Missoni, Schuhe: Tod’s
Darina trägt Mantel, Stiefel, Hut und Kette von Chanel
Jacke: Brunello Cucinelli, Hemd: Brioni, Hose: Dior
Bogdan trägt Mantel, Anzug, Hemd und Sneaker von Louis Vuitton
Bogdan trägt eine Jacke von Boss, Hemd: Versace, Pulli: Ferragamo, Hose: Zegna
Jacke, Pullunder, Rock und Schuhe von Louis Vuitton

Signatur & Kreativität

Die aktuellen Herbst-/Winter-Kollektionen der großen Marken bieten nicht nur Stücke für eine Saison. Sie sorgen auch für emotionale Bereicherung.

Fotos: Max von Treu c/o Kathrin Hohberg

Styling: Julia Quante

Models: Darina Toropova und Bogdan Pysarenko c/o System Agency

Haare & Make-Up: Gabrielle Theurer c/o Basics

Licht-Assistenz: Mark Simpson und Viktor Ebell

Techniker: Ben Breuer c/o Blink Imaging

STILL SUPER

Der Faszination für die Supermodels der 90er-Jahre kommt Superkräften gleich: immer etwas schöner, etwas erfolgreicher und zweifelsohne langlebiger. So macht es gar nichts aus, dass die 90er schon zwei Dekaden her sind. 1994 von Michel Comte aufgenommen, ziehen Kristy Hume, Nadja Auermann, Nadège du Bospertus, Claudia Schiffer, Carla Bruni, Linda Evangelista, Naomi Campbell, Christy Turlington, Shalom Harlow, Brandi Quinones ziehen noch immer in ihren Bann. Nun wagt Claudia Schiffer als Kuratorin der Ausstellung „Captivate! Modefotografie der 90er“ mit 150 Objekten den Blick zurück auf die Hochzeit ihrer Karriere. Bis 9. Januar, Kunstpalast Düsseldorf. Buch zur Ausstellung: Prestel

Er ist ein Freund der ersten Sekunde: Wolfgang Joop. So kreative Geister, so Multitalente wie er, der im Trio mit Jil Sander und Karl Lagerfeld die Mode von Deutschen auf die Weltbühne brachte, sind unser Ansporn. Und so feiern wir mit ICON 15, was uns immer wieder inspiriert: Ikonen & Visionen.

Grußkarte von Wolfgang Joop zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

Becoming a Mountain (Stairway to the Stars) (2021), Hannah Perry Suacier – United States
Hidden in Flowers (2021), Joanna Pilarczyk – Poland
Corpulentus (2021), Jonathan Mcafee – United States
Hot Girls No. 1 (2021), María Raquel Cochez – Panama
JOY (2021), Valeria Amirkhanyan – Russia
Un esempio di buona strategia (2021), Irene Raspollini – Italy

Steiniger Weg

Sich in der eigenen Haut nicht wohl zu fühlen, kann den Wunsch wecken, unsichtbar für die Umwelt zu werden. Bei der Frau im Acrylbild „Becoming a Mountain“ von Künstlerin Hannah Perry Saucier geht es jedoch darum, dieses Gefühl zu überwinden. Ihre Idee, dass der Weg zur Stärke eines Berges über viele Steine führt, steht als Metapher für den Weg zur Selbstliebe. Mit ihrer Arbeit ist sie Teil einer Auktion der Online Kunstgalerie Singulart, die sich dem Thema „Body Positivity“ widmet. Vom 30. September bis zum 07. Oktober stehen 15 Werke rund um Körperbilder und Selbstakzeptanz zum Verkauf. Alle Gewinne werden an Lindsay und Lexie Kite, Autorinnen und Mitbegründerinnen der Non-Profit Organisation Beauty Redefined, gestiftet.

“Even if we have to go now in Lockdown five or six, we would prefer to do it in clothes – beautiful colors, beautiful materials, all those things about dressing up. Really showing who you are playing with: makeup, with nails, with crazy hair if you feel like it. Everything should be expressing the joy and optimism you have, because I think it makes no sense anymore just sitting somewhere in the corner and being sad.”

Dries van Noten via Suzy Menkes Instagram

Darren Shooter, Design Director

SO GUT WIE NEU

Upcyling hat im Bereich der Einrichtung längst das Etikett „Trend“ abgestreift und sich fest etabliert. In der Mode kann dagegen schon das Wiederannähen eines Knopfs für einige zur Herausforderung werden. Wegwerfen sollte aber auch nicht die Lösung sein. Bei The North Face stellt man sich nun mit der Plattform Renewed dieser Aufgabe. Alte Stücke der Marke werden gesammelt, bis zum Neustandard gereinigt und wieder repariert. Was nicht mehr aufgearbeitet werden kann, wird recycelt und für neue Kollektionen benutzt. Ziel ist es, den Lebenszyklus eines Kleidungsstücks zu verlängern, um gleichzeitig weniger Müll zu produzieren.

„Wir wollen Kunden, aber auch Konkurrenten, dazu bewegen, ihre Sichtweise auf Circularity zu verändern. Denn allein werden wir es nicht schaffen“, sagt Design Director Darren Shooter. Zum Kick-off Event in Berlin durften zehn Modedesign Studenten ihre Version eines zweiten Lebens für abgelegte The North Face Stücke präsentieren. Die Ergebnisse reichen von fantasievoll bis handwerklich herausfordernd, wenn etwa aus einem Loch viele werden und eine rostrote Jacke, vom Mars inspiriert, nun der Oberfläche des Planeten gleicht. Oder die Schulterpartie einer Daunenjacke durch ein aufwendiges Webmuster ersetzt wird. „Wir mussten uns anpassen, weil man nur mit den vorhandenen Ressourcen arbeiten kann“, erklärt Darren Shooter das Renewed-Konzept. Die Stücke im neuen Online-Shop gestalten sich zwar weniger abenteuerlich, verstehen sich aber als umso verlässlichere Begleiter auf Abenteuern. Auf alle Renewed Stücke gibt es ein Jahr Garantie. Jennifer Hinz

„Das Wichtigste ist, dass es einen Grund gibt in allem, was man tut. Wenn ich morgens aufstehe und ich kein Ziel habe, warum sollte ich mich beim Aufstehen freuen? Heute bin ich um 4.45 Uhr aufgestanden. Aber voller Elan, denn ich wollte raus in die Wüste und die Hunderte von Windrädern und die Solarpanels sehen, die 2008 gebaut wurden, als ich Gouverneur war. Wir haben tolle Fotos für ICON geschossen, um für die Idee der erneuerbaren Energie Werbung zu machen. ICON verkauft ja nicht nur Hunderttausende von Magazinen, ihr seid ja auch online, und somit kann eure Arbeit auf der ganzen Welt gesehen werden. Die Massen sind immer mein wichtigstes Thema.“

Arnold Schwarzenegger 

Pop Couture. Dior. Fashion Week in Paris Tag 1.

Fendi x Versace

Video Frank Fastner

Familienalbum

40 Jahre Emporio Armani: Dahinter stehen unzählige Bilder, die einen Zeitgeist ebenso reflektieren wie die Identität einer Marke. Sie füllen heute, gemeinsam mit Mode von Emporio Armani, eine Ausstellung in den Armani Silos, die das Label zum Jubiläum veranstaltet hat. In ganz Mailand hängen Werbeplakate, junge Männer und Frauen unterwegs in der Großstadt, aufgenommen in Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die man zeitlich im Hier und Jetzt ebenso verorten kann wie in die 80er-Jahren. 1981 lancierte Armani die jüngere Zweitlinie zu seiner Hauptmarke, angetrieben von dem Gespür, dass eine junge Generation mit anderen Werten und Idealen von der Mode ignoriert wurde. 40 Jahre später will auch die neue Kollektion in die Zukunft blicken und so betrat Armani zum Finale seiner Show nicht alleine den Laufsteg. An seiner Seite hatte er seine langjährigen Co-Designer Leo Dell´Orco und Silvana Armani, die, so hat er es bereits angekündigt, seine Arbeit fortführen sollen. Für die nächsten 40 Jahre ist also gesorgt.

EMPORIO ARMANI SPRING/SUMMER 22

Grund zur Zuversicht

 Die 70er-Jahre, die Hippie-Bewegung, Spiritualität und Mystizismus: Klingt nach einem Standard-Rezept für eine bunte, gut gelaunte Etro-Kollektion voller Fransen, Kaftane und Paisley-Prints. Veronica Etro war zwar nach guter Laune zumute, aber nicht nach Standard-Lösungen. „Bohemian, Vintage, Gipsy-Look – das wollte ich alles nicht. Diese Kollektion sollte aufgeräumt und cool aussehen. Deswegen habe ich auch zurück in die 90er-Jahre geblickt“, sagte sie vor der Show. Das Ergebnis: Ein Mix aus ausdrucksstarken Mustern (allen voran Blumen) und Schnitten, die den Minimalismus der 90er in Erinnerung rufen, mit Neckholder-Tops, Hüfthosen, schmalen, den Körper umschmeichelnden Kleidern, Baggy-Pants und Plateau-Sandalen.

 Diese Etro-Kollektion ist wie immer fröhlich aber auch verführerisch und sexy. Da wird eine transparente Bluse ganz weit aufgeknöpft und zum weiten Blazer kombiniert, da lassen Cut-Outs am Blumenkleid ein wenig Taille herausblitzen, da halten hauchdünne Träger ein leichtes Top am Schlüsselbein zusammen. Ein Gefühl von Optimismus und Wiedergeburt habe sie feiern wollen, erklärte Etro. Für die Menschen, die nun aus ihren Höhlen gekrochen kommen und endlich wieder die Welt und sich selbst fühlen wollen, hat sie genau die richtige Kollektion entworfen.

MM6 Maison Margiela SS22 Show.

Live aus Mailand