Sommerhaus jetzt

Die französische Riviera mag sich für die meisten gerade weit weg anfühlen, doch bei Chanel kann man dank der neuesten Cruise-2021-Kollektion nun Modeteile und Accessoires kaufen, die einen zumindest gedanklich dorthin entführen. Lily Rose-Depp führt sie in der neuen Cruise-Kampagne des Hauses vor: Bikini-Tops, Bauchketten und Flip Flops, kombiniert zu Tweed-Jacken, Schlaghosen und auffälligem Logo-Schmuck. Im Making-of-Video zur Kampagne sieht man Lily Rose-Depp beim Shooting in einer Villa in Südfrankreich, wo sie genau so entspannt wirkt, wie es der Kollektionstitel „Balade en Méditerranée“ suggeriert. Was man auf den ersten Blick nicht sieht: 14 Looks aus der Kollektion bestehen aus nachhaltiger Seide und GOTS-zertifizierter Baumwolle, viele Stoffe und Knöpfe stammen zudem aus früheren Saisons. Denn auch bei Chanel steht eine Kollektion nicht mehr nur für sich: Sie steht im Austausch mit ihren Vorgängern, zehrt von bereits bestehenden Ideen und Ressourcen, und vereint so Innovation mit Nachhaltigkeit. In diesem Jahr hat man sich dieses Prinzip noch mehr zu Herzen genommen und die Cruise-Linie so konzipiert, dass sie die Frühling-Sommer-Kollektion, die wegen des Lockdowns teilweise noch erhältlich ist, perfekt ergänzt.

100 Jahre Helmut Newton, 70 Jahre Wolford, eine Jubiläums-Kollektion. Die legendären Aufnahmen, die Helmut Newton während seiner Zusammenarbeit mit Wolford in den späten 1990er Jahren machte, zieren nun T-Shirts

Jil Sander fotografiert von Peter Lindbergh

„Qualität, Schnitt, Tayloring, das geht auch in dieser Preisklasse. Und für mich sind zwei Punkte essenziell: Langlebigkeit und Beständigkeit.“ Und natürlich die Energie, eines ihrer Lieblingswörter. Es hat wieder geklappt, das in Stoffskulpturen zu übersetzen. Diesmal für Uniqlo. „Das Material ist doch irre zu dem Preis!“ Ist es, liebe Jil Sander.

 

Sneakers gegen Stillstand 

Eine „Geisterstadt“ nannte Donald Trump New York bei der zweiten TV-Debatte im Rahmen des Wahlkampfes gegen Joe Biden vor einigen Wochen. Die Einwohner dieser „Geisterstadt“ würden ihm heftigst widersprechen – jetzt, da die Wahl gegen ihn entschieden wurde, umso mehr. Ausgelassen und voller Energie tanzten und feierten die Menschen am vergangenen Wochenende auf den Straßen New Yorks, überglücklich über die Aussicht auf einen vernünftigen und anständigen Präsidenten und einen Neubeginn für ihr Land.

Ein vom Regisseur Jim Dylan gedrehtes Kampagnenvideo, dass das italienische Label Tod’s zum Launch seines neuen Sneakers veröffentlicht hat, versprüht ähnlich gute Stimmung. In einem „Liebesbrief an New York“ spazieren die Musikerin Gabriella Bechtel und die Schauspieler Levi Dylan und Taylor Rosen durch die Metropole und treffen auf dem Dach eines Hochhauses auf Tänzer der Tisch School of the Arts. Sie alle tragen den neuen Unisex-Sneakers aus der aktuellen Herbst-Kollektion von Tod’s – und beweisen, dass es sich auch damit ziemlich gut in die Zukunft tanzen lässt.  „In Our Shoes, Kapitel 1: New York City“. Silvia Ihring aus NY

Hemd mit verdeckter Knopfleiste am Rücken, Steghose und Sneakers alles von Prada. Brille: Campbell. Sideboard: USM Haller
Lars Burmeister mit Stretch-Longsleeve mit Houndstooth-Muster: Lacoste. Brille : Campbell (Berlin und Hamburg)
Shirt mit Tunnelzug-Raffungen und wellenförmig geschnittenem Saum: Off-White. Jogpants aus Feinstrick: Salvatore Ferragamo. Pantoffeln aus Leder mit Fellfutter: Birkenstock
Grobstrickpull- over aus Alpaka- woll-Mix: Roberto Collina über Apropos. Anzughose aus kariertem Baum und Schurwollmix: Etro.Hocker: COR. Leuchte: „Salt & Pepper“ von Tobias Grau. Flakon: „Bleu de Chanel“
Jacke: Ermenegildo Zegna. Wollpullover: Brax. Jog- pants mit Galonstreifen innen: Boss. Pennyloafers: Salvatore Ferragamo
Breitcordanzug mit aufgesetzten Taschen und gerade geschnittener Hose: Windsor. Baumwollhemd mit kurzer Schluppe: Hermès. Sessel: Minotti Berlin. Lampe: „Mito terra“ von Occhio
Hemd „24/7“ aus Baumwollstretch: Olymp. Locker geschnittene Wollstoffhose: Giorgio Armani. Hightop-Sneakers aus Monogramm-Stoff: Dior. Lesebrille: Oliver Peoples
Strickpullover: Loro Piana. Tischleuchte: „John“ von Tobias Grau. Chronograph „Spirit“ von Longines. Kosmetik zur Hand: „Instant Energy“ Ampul- lenkur von Babor Men
Anzug aus Kaschmir mit hellgrauen Nadelstreifen, bestehend aus Blouson und schmal geschnit- tener Jogpants, sowie Kaschmir- pullover: alles von Brunello Cucinelli. „Portugieser Yacht Club Chronograph Steel Bracelet Blue“: IWC. Sneakers aus Canvas und Leder: Brax. Lampe: „Yanzi“ von Artemide
Cardigan aus schwerem Grobstrick: Bottega Veneta. Rollkragenpullover aus Merinowolle: Olymp. 5-Pocket-Jeans mit Acidwash: Bally
Rollkragenpullover: Windsor. Bundfaltenhosen und Gürtel: Ermenegildo Zegna. Sport-Chronograph „Carrera Calibre Heuer 02“ vonTag Heuer. Kaschmirsocken: Falke. Runde Lampe „O“ aus schwarzem Aluminium: Artemide.
Stretch-Longsleeve mit Houndstooth-Muster und Hose mit Zippertaschen: Lacoste. Ledersneakers: Boss. Socken aus Kaschmirmischung: Falke. Stehlampe: „Ilio“ von Artemide

Daheim ist daheim

Ein neuer Dresscode wird jetzt definiert. Am Anfang der Pandemie haben es sich alle im Homeoffice gemütlich gemacht. Jetzt wissen wir: Das Homeoffice bleibt, Remote wird fester Bestandteil unserer Arbeitswelt. Eine Video-Konferenz ist kein privater Fernsehabend. Die Bilder aus Livestreams gehen um die Welt, werden gepostet und geshared und bleiben für immer im Internet. Jedes gute Haus hat eine Haltung, auch zu Hause. Wir baten Lars Burmeister, ewiges Topmodel, zu einem Shooting in einen gepflegten Berliner Altbau.

Fotograf: Max von Treu c/o Kathrin Hohberg
Styling: Daniel Sartore
Model: Lars Burmeister c/o Mint Artist Management
Haare + Make-up: Stefanie Willmann c/o Ballsaal
Digital Operator: Ben Breuer c/o Blink Imaging
Lichtassistenzen : Mark Simpson Sebastian Resch c/o Blink Imaging
Styling-Assistenz: Jakob Schaefer
Casting: Dominik Wimmer
Location: Gebrüder Fritz, Berlin

Captain Future Gorden Wagener, Kreativchef der Daimler Group

Vorbild, guter Typ, Umarmer, Freund. Denn was die Welt braucht, sind eben keine Politikerschauspieler und Dröhner, sondern Männer aller Art. Wir haben wieder einige Vorbilder getroffen. Gute Typen, ganz unterschiedlich. Das ist unsere Welt.

Inga Griese über Mr ICON

1984 entstand die Aufnahme von Fotograf Joel Meyerowitz. 36 Jahre später wirkt sie geradezu irritierend aktuell. Der Mann in Sakko, Hemd und Krawatte spiegelt sich im Wasser, beim zweiten (oder ersten?) Blick sieht man seine nackten Beine. Des Königs neue Hosen. Wie soll er sein, der Mann? Das glatte Wasser täuscht die Sinne, die gesellschaftliche Diskussion schlägt Wellen, und womöglich steht er da gar nicht so fest im Sand. Gleichwohl aufrecht. Und nein, nicht kurz vorm Untergang. Mr ICON November 2020.

 

Photo: „Rick“ © Howard Greenberg Gallery. On view until mid-May 2021 in the exhibition „America 1970s/80s“ in der Helmut Newton Foundation in Berlin.

Es gibt tatsächlich etwas, das alle Männer heute verbindet, die zu mir kommen: Sie sind auf der Suche. Sie verspüren eine große Unbestimmtheit und Unsicherheit, wie man als Mann sein darf, sein soll. Was überhaupt möglich ist. Diese Verunsicherung betrifft junge wie ältere Männer, sie geht durch alle Schichten. Fast alle meine Klienten sind an einem Punkt, privat oder in der Karriere, in der sie das Gefühl haben: Mit der Art, wie ich bin, bin ich nicht mehr erwünscht.

Coach Sven Rebel in Mr ICON

Fotograf: Sven Bänziger c/o Kathrin Hohberg; Styling: Silja Lange; Model: Paula Bertolini; Haare & Make-up: Ellen Romeijn c/o Kathrin Hohberg; Fotoassistenz: Flavio Leone; Lichtassistenz: Jorin Koers; Stylingassistenz: Jakob Schaefer; Casting: Martin Freimoser

„Die Eycks wünschten sich eigentlich eine Art Miniaturmuseum und einen Arbeitsraum für den Gärtner. Aber weil der Vorgängerbau ein Hühnerstall war und der Denkmalschutz nur einen solchen wieder genehmigen wollte, wurde in den Entwurf kurzerhand ein Platz fürs Federvieh integriert, mit Vollverglasung, eigens designierter Hühnerstange und Brutbox aus Edelstahl. Die Viecher freilich beeindruckt das wenig. Sie verbringen ihre Tage gackernd, scharrend und pickend zwischen dem ultraschicken Stall und ihrem Gehege auf der Rückseite des Hauses.“

Gabriele Thiels über das Kasteel Wijlre. Interview folgt.

Der Stein wird mit einem speziellen Diamantschneidewerkzeug zugeschnitten und die Oberfläche mit einem Sandstrahler abgeschliffen.
Aus den Blöcken werden nun Latten herausgeschnitten.
Damit die Tischplattenpaneele später lasiert werden können, müssen zunächst die Poren des Steins geschlossen werden.
Sechs Stunden dauert es, bis der Ofen auf 900 Grad Celsius vorgeheizt ist, um die Paneelezwölf Stunden darin zu backen.
Farbiges Emaille wird von Hand vorbereitet, indem verschiedenfarbige Mineralien mit weißem Emaille gemischt werden. Das Grundemaille wird anschließend in einer Staubschutzkabine auf die Paneele aufgetragen und 24Stunden getrocknet.
Darüber werden mehrere Schichten eines neutralen oder farbigen Kristallins mit einem Schwamm eingearbeitet. Dies verstärkt den Craquelé- Effekt.
Beide Farbvarianten müssen danach einen behutsamen Trock- nungsprozess durchlaufen, bei dem sie immer wieder in Zyklen von 48 Stunden im Ofen bei 950 Grad Celsius getrocknet werden.
Im letzten Schritt müssen die Paneele auskühlen. Ein Handwerker prüft, ob sich Unregelmäßigkeiten in das Material eingeschlichen haben. Zum Schluss werden die Paneele auf dem Tisch montiert.
Der „Nox“-Tisch von Tribù

Der Bauplan: „Nox“-Tisch von Tribù

In den Ateliers und Manufakturen dieser Welt werden weiterhin Handwerkskünste gepflegt, und wir schauen dabei zu. Heute: Der Outdoor-Tisch „Nox“. Was der Vesuv ausspuckt, bleibt ewig. Beste Voraussetzungen für die Möbelmacher von Tribù, um aus dem 400 Jahre alten Lavagestein des Vulkans  „Nox“ zu fertigen. Mit einem schlanken Untergestell aus pulverbeschichtetem Edelstahl wirkt er leicht und elegant: ein Entwurf, der typisch ist für das belgische Familienunternehmen, das 1967 von Henri De Cock als Gartenmöbelfirma gegründet und ab 1987 von seinem Sohn Lode zur Designmarke Tribù geformt wurde. Heute führen Lodes Söhne Tom und Koen die Geschäfte – und Tribù steht für Outdoormöbel in schlicht-eleganten Formen aus natürlichen Materialien, die man sich wie „Nox“ auch im Esszimmer vorstellen könnte. Seine Herstellung in acht Schritten.

Der Bauplan. In jedem ICON Magazin ein anderes Produkt.

Nächster Stopp für den Hyères-Gewinner: Berlin 

Seit Jahren unterstützt Mercedes Benz das bekannte Festival für junge Modetalente im südfranzösischen Hyères. Der Designer, der in diesem Jahr besonders davon profitiert, ist Tom Van Der Borght. Der Belgier hat gerade den wichtigsten Preis des Festivals gewonnen und wird im Zuge dessen seine Kollektion auf der Mercedes Benz Fashion Week Berlin im Januar vorstellen. Borght ist Absolvent der Stedelijke Academie voor Schone Kunsten Sint-Niklaas in Gent, gründete sein Label bereits 2013. Er überzeugte die Jury, angeführt von Jonathan Anderson, mit Männerentwürfen aus extremen Silhouetten, überdekorierten Stoffen und grellen Farben.

Inselgeschichte mit Christian Brückner. Illustriert von Tim Dinter.

KUNST STÜCKE

ICON OKTOBER

ZIMMER FREI

Sich im großen Ganzen zu verlaufen ist naheliegend. Dass auch im Kleinen nicht immer klar ist, wo man steht, zeigt auf einnehmende Weise dieses Bild. Fotograf Andreas Gursky nahm das Foto „Taipeh“ 1999 im Atrium eines Hotels auf. Zum Heranzoomen lädt noch bis 1. November die Online- Retrospektive „Space is Time“ ein. spruethmagers.com

Makellosigkeit ist der intolerante Nachbar der Langeweile. Schönheit, die berührt, wirkt lebendig durch Brüche und Spannungen. Shiseido hebt dieses Credo, das in der Beauty-Branche derzeit für einen Paradigmenwechsel sorgt, auf die künstlerisch-philosophische Ebene.

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