Saatchi Gallery London

Zum Frühstück zu Tiffany!

In der Saatchi Gallery in London hat Tiffany & Co. den Tisch üppig gedeckt: Eine Reise durch 185 Jahre Geschichte in 400 Schmuckstücken und unterhaltsamen Anekdoten.

Hätten Sie es gewusst? Wäre es nach Truman Capote, dem Autor der Novelle „Frühstück bei Tiffany“ gegangen, hätte nicht Audrey Hepburn, sondern Marilyn Monroe die Hauptrolle als Holly Golightly gespielt. Der Film wurde 1961 ein Welthit, brachte Hepburn den Oscar und dem ältesten Schmuckhaus der USA einen ungeahnten Marketing-Coup: Kein Markenname ist seitdem so mit Anmut, Hedonismus und dem Traum von einem leichtfüßigen Leben in Luxus verknüpft.

Seit Anfang 2021 gehört das Haus nun zum französischen Luxuskonzern LVMH und dieser weiß, wie man Markengeschichte spannend erzählt. Die Ausstellung

„Vision & Virtuosity“

beginnt 1837 in New York und führt die Besucher in einem visuellen Feuerwerk durch die wichtigsten Etappen seiner Geschichte: Vom Originaldrehbuch von „Frühstück bei Tiffany“ über die originellen Schaufensterdekorationen bis hin zu den berühmtesten Schmuckstücken. Auch der Tiffany-Diamant, der sonst in der Fifth Avenue in New York zu Hause ist, reiste an die Themse. 1878 erwarb Charles Lewis Tiffany den gelben Diamanten aus Südafrika, mit 128,54 Karat einer der größten je gefundenen und ließ ihn in Paris in dem neuartigen 82-Facetten-Kissenschliff schneiden. Der außergewöhnliche Stein, der seitdem in Besitz des Hauses blieb, sollte zum Symbol seiner Ambition werden: Der Diamantenkönig der Neuen Welt zu werden.

 

Im selben Jahr ließ er sich auch das Tiffany-Blue patentieren, das noch heute die Einkaufstaschen und Geschenkverpackungen ziert. Inspiriert von dem Blue Book, mit dem der Visionär bereits im Jahre 1845 das Tele-Shopping erfand. Mit dem kleinen blauen Katalog konnten Kunden aus ganz Amerika Tiffany-Schmuck bestellen. Tiffany war ein Jeff Bezos vor seiner Zeit.

 

Bis zum 19. August 2022 in der Saatchi Gallery London

 

Text
Silke Bender
Fotos
Tiffany