Thema Design

Kurve trifft Gerade: Das Teakholzgestell des Sessels „Pablo“ ist angewandte Mathematik. Von Vincent Van Duysen für B&B Italia
Umarmung: Spangen aus gebeiztem Teakholz halten beim Sessel „Rotin“ das wetterfeste Sitzpolster. Von Zanellato/Bortotto Studio für Ethimo
Feiner Feierabend: Garage „Toulon“ bietet Mährobotern und Ladestationen ein standesgemäßes Heim, Garpa
Out of India: Das Keramiktischchen „Guna“ von Chiara Andreotti spielt auf indische Möbel an. Gervasoni
Vorhang: Das Gestell des Esstischs „Cartagenas“ von Sebastian Herkner besteht aus Kunststoff- streifen, die Platte aus Marmor. Ames
Wolkenbett: V-förmige Metallbeine lassen das Polster von „Valentina up“ schweben. Von Alejandra Gandía-Blasco für Diabla
Kurve trifft Gerade: Das Teakholzgestell des Sessels „Pablo“ ist angewandte Mathematik. Von Vincent Van Duysen für B&B Italia
Gut gewickelt: Eine Manschette aus Outdoor- Faser hält beim Tisch der Kollektion „Fresco“ von Matteo Thun die Beine zusammen. Gloster
Wellennest: Die geschwungene Kontur schafft beim Sofa „Lido Cord Outdoor“ von Gamfratesi unterschiedliche Sitztiefen. Minotti
Inspiration Kaffeehaus: Den Metalltisch „Ringer“ entwarf Michael Anastassiades für Kettal
Stuhlskizze: Bei „HiRay“ von Palomba + Serafini werden Umriss und Sitzfläche von schmalen Metallstäben gezeichnet. Kartell
Zeitlos: Das Stahlrohrgestell macht Sessel „Onsen“ von Francesco Meda und David Quincoces zum Klassiker-Kandidaten. Gandiablasco
Shine on: Das Garn des Kelims „Diamond“ von Charlotte Lancelot besteht aus recyceltem PET. Ganrugs
Gut vertäut: Die mobile Glasleuchte „Knot Battery“ von Chiaramonte Marin bietet Licht für 4,5 Stunden (Brokis)
Wolkenbett: V-förmige Metallbeine lassen das Polster von „Valentina up“ schweben. Von Alejandra Gandía-Blasco für Diabla

Wir sind draußen… oder drinnen: Die neuen Outdoor-Möbel sind so wohnlich, dass sie auch indoor passen. Falls der Sommer schwächeln sollte.

Raus aufs Land  

Mit Designer Christian Dior verbindet man klassischen Pariser Chic. Seine Liebe zum ländlichen Stil Südfrankreichs ruft die MIDI Kollektion von Innenarchitekt Pierre Yovanovitch für Dior wieder ins Gedächtnis. Entstanden sind Tabletts, Kerzenhalter oder Lampen aus mundgeblasenem Glas und traditioneller Holzarbeit. Für die Gestaltung orientierte sich Yovanovitch am Château de la Colle Noire, dem ehemaligen Landhaus des Couturiers in der Provence. Die Worte Diors zu seinem Wohnsitz gelten also gleichermaßen für die Midi Kollektion: “Einfach, solide und edel”. Ab sofort online.

Wir haben Erik Thomsen auf der Nomad in St.Moritz angetroffen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 06.03.22.

Giorgio Pace

 Co-Founder von NOMAD

Die Ausstellung der Galleria Luisa Delle Piane
Das Auktionshaus Christie’s ist auch mit von Par
Design von Star-Innenarchitekt Pierre Yovanovitch
auch in Kooperation mit D

ON THE GO

Dagmar von Taube live aus St. Moritz: Die „Nomad“, eine wandernde Verkaufsausstellung, gegründet von Giorgio Pace und Nicolas Bellavance-Lecompte, öffnet wieder ihre Türen. Ein Konzept, das die Welt bereist, und internationale Sammler und Galerien, Kunst, Architektur und Design an außergewöhnlichen Orten der Welt vereint.

Bis zum 06.03.22 findet die derzeitige Nomad in der 1595 erbauten Chesa Planta in Samaden statt: Einst privates Wohnhaus, heute ein Museum, das die reiche Kulturgeschichte des Oberengadins bewahrt. Schätze von 33 Ausstellern sind dort dieses Jahr zu bestaunen – darunter der französische Star-Innenarchitekt Pierre Yovanovitch, die New Yorker Galerie Vito Schnabel, das Auktionshaus Christie’s – einzigartige Möbel, kostbare Keramik-Arbeiten, Teppiche, Glas-Kunst, Gemälde und Skulpturen. Nomad-circle.com

Bilder von Mattia Parodi, Piergiorgio Sorgetti , Federico Floriani

„Die Now, Pay Later“ von Juno Calypso, 2018Credit: Courtesy of the artist and TJ Boulting
„A Clone of Your Own“ von Juni Calypso, 2017 Credit: Courtesy of the artist and TJ Boulting
Tomoko Sawada
OMIAI♡, 2001 Credit: Courtesy ROSE GALLERY
„Organ Player“ von Narcissister, Filmaufnahme, 2018; Credit: Courtesy of the artist
„Cosplayers“ von Cao Fei, 2004
Courtesy of the artist; Credit: Vitamin Creative Space and Sprüth Magers
Mary Reid Kelley und Patrick Kelley
„Rape of Europa“, 2021
Filmaufnahme; Credit: Courtesy the artists

Alltägliche Rollenspiele

Metaverse, Instagram, Virtual Reality: Ist die Erfindung anderer Welten die einzige Möglichkeit geworden, wirklich man selbst zu sein?

Über diesen Gedanken reflektiert „Role Play„, die neue Ausstellung der Fondazione Prada, die von Melissa Harris kuratiert und im Osservatorio in Mailand gezeigt wird. Elf internationale Künstler:innen, wie etwa Juno Calypso und Cao Fei, erforschen das Konzept einer alternativen Identität, die sich zwischen dem authentischen, dem idealisierten und dem universellen Selbstbild bewegt. Das Ergebnis ist absolut sehenswert und eine willkommene Pause vom Trubel der Mailänder Fashion Week. Bis 27. Juni 2022 zu sehen.

AIN’T NO TRASH

Bei ihrem Umzug von Berlin nach Hamburg wurde Linda Käckermann bewusst, dass sie fast ausschließlich Secondhand- und Vintage-Möbel besitzt. „Mit ,Ain’t no trash‘ möchte ich meinen Instinkt für individuelle Design-Möbelfunde zugänglich machen und zeigen, wie eine nachhaltige Einrichtung aussehen kann“, so die 30-Jährige, die mittlerweile quer durchs Land fährt, um Einzelstücke aus Designepochen wie Bauhaus oder Space-Age-Ära aufzuspüren; verkauft werden zum Beispiel Objekte wie den „Flying Carpet“ von Simon Desanta für Rosenthal. Und wer nach einer besonderen Location sucht: Das Niendorfer Studio lässt sich mieten.

Spekulationsobjekte

„Was könnte in Zukunft normal sein?“, fragt der Designer Konstantin Grcic in seiner Soloschau „New Normals“ im Berliner Haus am Waldsee. Smartphones, E-Cars, Masken? Vor ein paar Jahren oder auch nur Monaten hatten wir keine große Vorstellung von diesen Dingen. Heute sind sie selbstverständliche  Bestandteile unseres Alltags. „New Normals“ nennt sie Konstantin Grcic, weil in ihnen die Zukunft schon Form angenommen hat. Das interessiert den weltbekannten Designer, denn „Design ist immer eine Projektion nach vorn“.

Und weil man die Zukunft nicht wissen, wohl aber gestalten kann, hat er sich jetzt für seine große Soloausstellung im Berliner Haus am Waldsee einige seiner berühmtesten Entwürfe vorgenommen, sie verändert und umgedeutet. Seinen „Bell Chair“ (2020 für Magis) hat er mit einem Fahrradschloss an einen Rammschutzbügel aus Stahl gekettet, seine ohnehin schon spacigen Drehhocker und -stühle  „360“ (2009, für Magis) zu einem Karussell vereint und die mobile Leuchte „Mayday“ (1999 für Flos) unter jeder Decke fixiert wie einen Rauchmelder. Noch wirken die Objekte vielleicht fremd, „Aber plötzlich könnten sie überall sein und werden uns dann als ganz selbstverständlich erscheinen“, spekuliert er. Denn die Installationen, so hintersinnig und humorvoll sie auch sind, sind nur als Vorschläge gedacht. „Zukunft, die vorgibt, eindeutig zu sein, ist Kulisse“, sagt Grcic. „Die echte Zukunft ist unvollendet“. Gabriele Thiels

 

Konstantin Grcic, New Normals (Detail), 2021, Foto: Florian Böhm

Monstermäßig 

Designer Marcel Wanders entwirft einen gefährlich gut aussehenden Basketball. Sechs Augenpaare, die bedrohlich gucken und den Korb quasi immer im Blick haben: Was soll da noch schiefgehen beim nächsten Spiel? Der Basketball, den Marcel Wanders entworfen hat, heißt nicht umsonst „Monster“ – eine Kooperation zwischen Wanders’ exzentrischer Möbelmarke Moooi und der amerikanischen Sportfirma Spalding. Im Design gehört der Niederländer zu den Großen, für die NBA wäre er zu klein – die Spieler der Profiliga sind im Durchschnitt  2,07 m lang, Wanders mißt „nur“ 1,93m. Und würde mit DEM Ball vielleicht trotzdem jeden Slam Dunk schaffen. 88 Euro, Moooi.com

Bike trifft Bauhaus. Für die Edition „TectaXOPEN“ übertrug das Kölner „Studio für Gestaltung“ die Farbkompositionen der Bauhauskünstlerin Anni Albers auf Möbel und Rennräder.
im Hintergrund: Sessel „F51“ von Walter Gropius
Stahlrohrstuhl „B40“
Sessel „F51“ von Walter Gropius

Schnell und bunt

Eine Kollektion aus Möbelikonen und Rennrädern zeigt, wie zeitgemäß das Bauhaus ist. Zwei Trends, die Corona beflügelt hat: Rad fahren und Wohnen mit vielen Farben. Das eine hat mit dem anderen erstmal nichts zu tun, aber die deutsche Möbelmarke Tecta stellt die Verbindung locker her, indem sie den Umweg übers Bauhaus nimmt. Tecta produziert europaweit die meisten Ikonen der berühmten Gestaltungsschule und bringt vier davon jetzt in besonders bunten, überraschenden Tönen und zusammen mit farblich passenden Fahrrädern heraus. Die Edition „TectaXOPEN“, die gemeinsam mit der schweizer Velo-Manufaktur OPEN entstand, ist von den Farbkompositonen inspiriert, die die Bauhauslehrerin Anni Albers ersann: Da trifft Rosa auf Schwarz, Blau auf Gelb und Türkis gibt es gleich in mehreren Nuancen. Das steht den Möbeln ebenso wie den ultracoolen Rennrädern, die, wie immer bei OPEN, nach dem Baukastensystem zusammengestellt werden.

Wie eng beides schon in den 1920ern zusammen hing, belegt die wohl charmanteste Anekdote, die es über das Bauhaus gibt: Marcel Breuer, damals Jungmeister am Bauhaus Dessau und ausserdem ein passionierter Radfahrer, soll durch den gebogenen Lenker seines Fahrrads zu seiner ersten Stahlrohrmöbeln inspiriert worden sein. Dazu gehören Freischwinger wie Sessel und auch ein Daybed auf Speichenrädern, dass schon im Entwurf von 1928 wie eine bequeme Variante des Liegefahrrads wirkte und heute von Tecta hergestellt wird. Die Farben wiederum räumen auf mit einem der hartnäckigsten Vorurteile über das Bauhaus: dass dort alles schwarzweiß war. Von wegen. Wie sagte schon Walter Gropius: „Bunt ist meine Lieblingsfarbe“. Gabriele Thiels

Kunst kommt von Können

Seit Jahren schon stellt Florentine Joop ICON ihr kluges Schreibtalent und ihre Kreativität zur Verfügung, schreibt in jeder Ausgabe ihre Kolumne „How to Art“ und illustriert jede einzelne von ihnen. Ihre Fantasie? Schier grenzenlos. Und nun verkauft die Illustratorin, die mit Mann, drei Kindern, Patchworkfamilie, Eltern und Hühnern auf einem kleinen Gut in Potsdam lebt, drei ihrer Aquarellkunstwerke in der Weihnachtsausstellung „100 unter 1000“ im Schindler LAB in Potsdam, einem Zentrum für zeitgenössische Kunst. 4. & 5. sowie am 11. & 12. Dezember.

BUNTER TELLER – BITTE ZUGREIFEN!

In einer Welt, die zunehmend digitaler wird, darf das Echte ruhig mehr als nur den Sehsinn ansprechen. Die neue Hermès Home Collection setzt dafür auf Materialien und Texturen, die berührt werden wollen. Der Teller „Sialk“ ist etwa aus emailliertem Kupfer gefertigt und kommt mit einem Durchmesser von 28 Zentimetern in sechs Farbvariationen.

Lederschlange

Ist das eine Plastik, oder darf man drin sitzen? Die Frage stellt sich gefühlt bei zwei Dritteln aller Sofas von DeSede. Denn die Modelle der Schweizer Manufaktur sind wie Skulpturen geformt und haben eine solche Wucht, als würde man am liebsten gleich ganze Berglandschaften mit Leder beziehen. Dass sie das handwerklich könnten, daran lassen all die perfekt verarbeiteten Stücke keinen Zweifel. Jetzt ist das „DS-707“ dazugekommen, für das sich der britisch-kanadische Designer Philippe Malouin am Brutalismus orientierte und diesen mit den fließenden, weichen Übergängen der Postmoderne verbunden hat. Das modulare System mit seinen Schlaufen und Bögen ist so üppig wie geschmeidig und natürlich eine Leistungsschau der Lederverarbeitung. Aber: Man kann es, das ist ganz neu bei DeSede, jetzt auch mit Stoffbezügen haben. Die Berge ließen sich sicher auch darin einnähen.

ICON – die Design-Ausgabe

Hebt sich ab: Auf dem Supersalone präsentierte Molteni Flight D.154.5, eine Installation von Ron Gilad, die ein Flugzeuginterieur nachbildet und eine Neuauflage des Sessels Round D.154.5 zeigt, der 1954 von Gio Ponti entworfen wurde für das Alitalia Passagierterminal.    
Härteste Währung: Instagramable. Für Cassina kein Problem. Hier der Sengu Table und Dudet Armchair von Patricia Urquiola für Cassina. Foto Valentina Sommariva.
Runde Sache: Sonderedition der Ikone UP5_6 von 1969 entworfen von Gaetano Pesce für B&B Italia. Material? Recycelte Flaschenkorken aus Italien.    
Dior Klassiker neu interpretiert von Nendo. Foto Yuto Kudo.
Versace Home und das Aeternitas Love Bed mit  „La Greca“ Muster.
Zurückhaltender Luxus: Sillage d’Hermès Sessel von Mumbai Studio für Hermès.
Das Stuttgarter Kollektiv anima ona verwendete für den Tisch Dolmen Bauschutt von der Baustelle des Hauptbahnhofs Stuttgart 21  – meist ausrangierter Schaumstoff, den sie dann mit Kalkputz überziehen.
50 Jahre Parentesi von Flos. Photo Francesco Caredda.
Outdoor-Bank Lee von Flexform.
Lazy Hub von Piero Lissoni für Glas Italia.
Bringen Gutes zurück, ohne Retro zu sein: Das libanesische Designerduo David&Nicolas entwirft für Tacchini das modulare Sofa-System Victoria.
Daydream Regal von Objects of Common Interests für Nilufar. Foto Mattiaiotti.
Aus der Venus Power Kollektion, Patricia Urquiola für cc tapis.
Die Galerie Nilufar zeigte in ihrer Galerie an der Via della Spiga die Serie Some Vibrant Things von Audrey Large.
Alle Exponate von Andrés Reisingers Show Odyssey in der Nilufar Gallery wurden direkt verkauft. Jeweils ein Möbelstück, ein Video und das 3D-File als NFT.
Flux, aus der Technicolor Serie von Peter Saville für Kvadrat.
Langlebig, sozial, verspielt: Seats System. Von Josefin Zachrisson und Mira Bergh in Schweden entworfen und hergestellt.
Objekte des Designstudios NM3 präsentiert von Alcova auf einem altem Militärgelände. Alcova? Die hippe Schwester des Salone.
Sofa-Objekt Serpentine von Christophe de la Fontaine für DANTE – Goods And Bads.
SUN-RA Kollektion von Nanda Vigo über Nilufar Galerie. Foto Mattia Iotti.

20 Neuheiten von der Milan Design Week 

Höhepunkt des Jahres für Möbel-Fans. Nach zweieinhalb Jahren Corona-Pause gab es endlich wieder eine Design Week in Mailand mit einer Mini-Version der Messe, dem Supersalone. Sieben Tage Design-Ausnahmezustand in Mailand. Nirgendwo scheint die Design-Geschäftsdichte so hoch wie hier, nirgends die Branche so geschäftig. Es zeigt sich die Zukunft der Einrichtung und erinnert uns daran, was Interior-Design im besten Fall ist: Ein fabelhaftes Puzzle verschiedenster Stile.  Viele Wege führen zum schönen Wohnen, machen Sie’s einfach, wie Sie mögen.

Elisa Velluto, Brand Advisor Flexform, Designer Christophe Pillet und ICONs Head of Design Gabriele Thiels.
Bereits in dritter Generation wird die italienische Möbelmarke Minotti familiengeführt. Hier Enkelin Susanna Minotti, Head of Interior Decoration Department und Gabriele Thiels.
Claudio Luti, Inhaber der Firma Kartell und Super-Designerin Patricia Urquiola.

ciao da milano!

Mit Tarnkappe

In Zeiten, in denen urbaner Wohnraum immer knapper wird, scheint es fast zwingend, das Schöne mit dem Nützlichen zu verbinden. Bei Ivo Erichsen und Tobias Bihlmeyer bekommt dieser Ansatz eine überraschend neue Dimension. Oder hätten Sie erwartet, dass diese schicken Beistelltische in Wahrheit Staubsauger sind? Der Super Vacuum Cleaner besteht aus nachhaltigem Kork, hat absenkbare Rollen und bietet sogar Stauraum. Mopp und Leiter haben die Abstellkammer von nun an für sich allein. Mit ihrem praktischen Design-Stück konnten die beiden Studenten auch den Newcomer Design Award ein&zwanzig für sich entscheiden. Der Super Vacuum Cleaner hat sich als der „Bester der Besten“ von den 20 anderen Gewinnern abgehoben.

Oval, aber anders

Ein Stuhl, 17 Designer: Dior lässt seinen ikonischen „Medaillon Chair“ neu interpretieren. Das Ergebnis ist eine kleine Frischzellenkur für die ganze Branche.

Mehr

Live from Milan. Dior Maison.

Möbel Couture

Im November eröffnet in Mailand der erste Dolce & Gabbana Casa Flagshipstore und im April 2022 werden die Designer ihre neue Möbelkollektion auf der weltgrößten Möbelmesse in Mailand präsentieren. Eine Preview gab es jedoch jetzt schon in Venedig. „Wir lieben den Exzess“, verkündeten Stefano Dolce und Domenico Gabbana auf ihrer Pressekonferenz. Und schöpfen wie immer aus dem Vollen.

Es ist ein Fest italienischer Handwerkskunst vom sizilianischen Carretto bis zum venezianischen Murano-Glas geht man an die Grenzen des Machbaren. Letztlich handelt es sich um Möbel Couture. Aufwendiger geht es kaum. Und während einerseits der Tradition gehuldigt wird, kommt der Spaß nie zu kurz. Ob bemalte Kühlschränke oder Polsterlandschaften im Leopardenlook: Gute Laune gibt’s bei Dolce & Gabbana im Überfluss. Heike Blümner live aus Venedig.

George Hoyningen-Huene The Divers
Swimwear by Izod, 1930
© George Hoyningen-Huene Estate Archives
Daniela  Müller – Brunke
George Hoyningen-Huene Greta Garbo, 1955 © George Hoyningen-Huene Estate Archives
George Hoyningen-Huene Balenciaga 1938 © George Hoyningen-Huene Estate Archives
Bruce Gilden Terry Des Moines, Iowas © Bruce Gilden
Heinz Hajek-Halke Südliche Erinnerung, 1957 © Heinz Hajek-Halke und CHAUSSEE 36
Funplace BERLIN PHOTO WEEK 2019 © Kolja Eckert
Children playing at the Western side of the Berlin wall, West Berlin, 1963 © Thomas Hoepker and Magnum Photos[

Sehen und sehen werden

Was gefühlt gestern noch nur einen Flug entfernt war, erscheint heute weit und in Teilen unerreichbar. Wir blicken auf den gleichen Horizont in einer anderen Welt. Auch der Künstler und Modefotograf George Hoyningen-Huene erlebte von 1900 bis 1968 eine Welt im Wandel. Immer dann erfreulich, wenn es um den Fortschritt ging. Etwa als Damenmode endlich betonte, anstatt nur zu bedecken, und Bademode tatsächlich braun gebrannte Arme und Beine zuließ. Davon erzählt die Aufnahme „The Divers“, die er 1930 fotografierte. Sie ist Teil der Berlin Photo Week, die mit verschiedenen Ausstellungen und Expertenrunden nicht nur zurück, sondern auch nach vorn schaut – in eine Welt, die auch von Berlin aus betrachtet immer noch groß, weit und inspirierend ist. Ab 27.8. berlinphotoweek.com