Thema Kosmetik

Den Männern, die sagen: „It’s only beauty“, denen entgegne ich: „Yes, but it’s worth billions and billons.“

Charlotte Tilbury

Schön kaputt

Makellosigkeit ist der intolerante Nachbar der Langeweile. Schönheit, die berührt, wirkt lebendig durch Brüche und Spannungen. Shiseido hebt dieses Credo, das in der Beauty-Branche derzeit für einen Paradigmenwechsel sorgt, auf die künstlerisch-philosophische Ebene. Anhand von „Kintsugi“, einer japanischen Technik, bei der zerbrochene Keramikobjekte repariert und dadurch ästhetisch aufgewertet werden, möchte die Marke darauf aufmerksam machen, dass die Betonung von Schwachstellen sie ins Gegenteil verkehrt. Bei Kintsugi werden die Bruchstellen einer Tasse oder einer Vase geklebt und mit goldener Farbe nachgezeichnet. Dieser Vorgang ist ein besonnener, ja fast schon nachdenklicher Prozess. Akzeptanz, Heilung und Transformation gehören zum philosophischen Überbau dieser Technik. Am Ende ist das einst kaputte Objekt schöner als es das heile, vermeintlich perfekte je war.

Ja, es ist Kunst! Zum 10. Jubiläum gönnen sich die Isländer von Bioeffect eine Art Lava-Kunst. Gestaltet hat sie die isländische Künstlerin Shoplifter für das ganz und gar nicht künstliche Starprodukt, das EGF Serum.

Eigentlich bin ich eine Geschichtenerzählerin. Denn einen Duft zu verkaufen, bedeutet auch, die Geschichte dahinter zu kennen und sie weitergeben zu können.

Maria Nicolai, Parfümerie Pierre in Mayen

Augenöffner

Für alle, die im nächsten Telefonmeeting eine besonders gute Figur machen wollen, aber nicht stundenlang vor dem Schminkspiegel verbringen wollen, baten wir die Hamburger Visagistin Loni Baur um Schminktipps. Die Wahl fiel auf ihre liebsten acht Produkte von Chanel. Nachschminken unbedingt empfohlen – dann klappt’s auch mit dem Nachbarn.

Busy Bees

Haussymbol und Umweltwächter: „Der Weltbienentag ist den stillen Kriegern gewidmet. Den Wächtern unserer Umwelt. Mit ihrer Bestäubung sind sie für die Pflanzenvermehrung entscheidend“, schreibt das Kosmetikunternehmen Guerlain. Bereits seit 1853 ist die Biene in ihrem Wappen verewigt. Seither sind die Bienen untrennbar mit der Geschichte verbunden – als Symbol, Dekorationselement für Flakons und nicht zuletzt als Speerspitze des Nachhaltigkeitsengagement der Franzosen.

Finanzielle Unterstützung für Bienen-Initiativen, für das Observatorium für Bienenkunde und Imker-Ausbildungen gehören auch zu den Maßnahmen. Alle Angestellten machen mit. Mit der Gründung einer „Bee School“ und einer „Bee University“ schwärmen sie seit 2017 in Frankreichs Schulen aus, um Menschen die Bedeutung von Biodiversität und Bienenschutz nahe zu bringen. Bis 2024 will man in 44 Ländern 4400 Bienenstöcke umsetzen. Der Fleiß der Bienen, er wirkt scheinbar ansteckend.