Thema Mode

Max Mara

Hut ab!

Der Riviera-Style: Keiner trug ihn besser als Renée Perle. In den Geschichtsbüchern wird sie als stille Muse und Geliebte des Fotografen Jacques-Henri Lartigue bezeichnet und ist auf seinen denkwürdigsten Bildern zu sehen. Die mit Kajal umrandeten Augen und das mit den Fingern gewellte Haar sind unverkennbar. Max Maras Kreativdirektor Ian Griffiths lässt sich von der 30er-Jahre Ikone inspirieren: rückenfreie Tanks, voluminöse Matrosenhosen aus Segeltuch, schlappe, breitkrempige Sonnenhüte, lange, fließende Röcke und eine Baumwoll-Badekappe.

Fashion Democracy

Während die meisten Modenschauen einem kleinen, exklusiven Kreis von Promis und Fachleuten vorbehalten sind, setzt Diesel in diesem Jahr auf Demokratie. Vom Modefan bis zum Designstudent waren alle willkommen. „Jeder kann ein Teil von Diesel sein“, sagt Kreativdirektor Glenn Martens. Fast 5000 Zuschauer waren schließlich vor Ort. Weltrekord: Die größte aufblasbare Skulptur der Welt im Zentrum des Laufsteges. 

Von Tommy an Andy

In den 70er-Jahren schaute ein junger Tommy Hilfiger im Studio von Andy Warhol vorbei. Ein Foto dokumentiert das Treffen von damals, der schwarz gekleidete Andy Warhol steht darauf neben einem strahlenden Tommy Hilfiger im weißen Hemd und Chinos. Sowohl Warhols „Factory“ als auch Hilfigers Label sind eng mit New York verbunden und für seine erste New Yorker Schau seit Beginn der Pandemie kreierte Hilfiger seine eigene „Tommy Factory“. Auf der Fläche eines Autokinos in Brooklyn mit Blick auf Manhattan erinnerten Graffiti-Wände  und Siebdruck-Stationen an die Kreativität eines noch ungeschliffenen New Yorks, und das regnerische Wetter erinnerte daran, wie New York eben auch manchmal sein kann: Nass, matschig und etwas anstrengend.

Aber wie jeder echte New Yorker biss sich auch Tommy Hilfiger mit seinem Team durch, ebenso die Front-Row-Gäste wie Kate Moss, Shawn Mendes, Travis Barker und Kourtney Kardashian, die unter Regenschirmen die Modenschau verfolgten. Barker setzte sich zum Finale kurz ans Schlagzeug, Moss applaudierte ihrer Tochter Lila Grace auf dem Laufsteg. Die Tommy Factory trotzte dem Regen. Andy Warhol hätte das sicher inspirierend gefunden. Silvia Ihring

Kulturgut Mode

Alles neu macht der September. Er ist traditionell der Monat des Neubeginns in der Mode. Erstmals findet die Berlin Fashion Week nun zum Herbstbeginn statt. Eine kluge Entscheidung, die Terminkollisionen mit den international wichtigen Schauen in Paris im Juli aufzulösen. Kernstück der nach dem Titelsponsor benannten  Mercedes Benz Fashion Week ist die Gruppenausstellung DER BERLINER SALON, die 2015 von der langjährigen Vogue Chefredakteurin Christiane Arp und dem Nowadays Agenturchef Marcus Kurz in Kooperation mit dem Fashion Council Germany ins Leben gerufen wurde, um deutschem Modedesign eine Bühne zu geben. Nach Stationen im Kronprinzenpalais, der Elisabethkirche in Mitte und dem Kraftwerk zeigt sich der Salon dieses Jahr im Kulturforum im (um im Bild zu bleiben) neuen Gewand.  Die offene Atmosphäre, die hohen Räume des Kulturforums lassen den Exponaten der 30 Designerinnen und Designern wie Horror Vacui, Odeeh, Fassbender oder René Storck Raum zum Atmen. Auch neue Labels wie Atelier Balagans, Alexandra Biron von Curland und The Twins von Tutia Schaad bekamen eine Bühne. Die deutsche Nachwuchs – Mode wird erwachsen.

Erstmals gibt es auch eine „Alumni Installation“ vergangener SALON-Teilnehmer. Entlang eines imaginären Laufstegs sitzen 24 Schaufensterpuppen in Entwürfen von Tsatsas bis William Fan in der „Frontrow“ nebeneinander. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Förderprogramms Fashion X Craft (darunter die UGG-Prize Gewinner Milk of Lime mit ihrem Bootie aus getrockneten Wasserlilien), sowie die Design-Prototypen des Rising Voices Awards ausgestellt. Kuratiert wird die Ausstellung von Christiane Arp, der Vorstandsvorsitzenden vom Fashion Council Germany, und Marcus Kurz. Wer es nicht schafft sich die Ausstellung anzuschauen, der kann entspannt bleiben: Ein Virtual Reality Rundgang macht den Besuch möglich.

7. September zwischen 10 und 18 Uhr öffentlich zugänglich (Matthäikirchplatz, 10785 Berlin)

Mantel aus „Fantasy“-Tweed, Ohrclips,
Gliederkette mit Medaillon, Umhängetasche, Strümpfe und Gummistiefel: alles Chanel
Linke Seite: Lederjacke, rückenfreies Denim-Trägerkleid und Lederbooties:
alles Alexander McQueen
Neckholderkleid mit Miedertaille, Bucket-Bag („Kalimero“) aus geflochtenem Leder: Bottega Veneta
Wollmantel mit Blütendekor, Strumpfhose und Plateau- schuhe: alles Valentino
Top aus Spitze, Rock, Armspange und Lederboots: alles Christian Dior
Kleid mit pailletten- und perlenbesetzter Front: Giorgio Armani. Strumpfhose: Falke. Lederboots: Christian Dior
Wollpullover, Rock aus Wolle und Organza mit applizierten Blüten, „Symbole“-Bag und Overknees: alles Prada
Trenchcoat, Rollie, Schlagjeans, Kette und Lederstiefeletten: Celine
Blouson aus Nappa und Rollkragenpullover: beides Longchamp. Satinkleid: Loro Piana. Lederboots: Christian Dior
Kleid aus Wollspitze mit Unterkleid, Lederbooties mit Metallkappe
Kaschmircardigan mit Swarovski-Patch, Blazer aus Leinen-Seiden-Mix, Seidenbluse und Nylon-Steppshorts: Brunello Cucinelli.
Kleid aus Wollspitze mit Unterkleid, Lederbooties mit Metallkappe  
Sweatshirt mit Polo-Shirt-Kragen, Sweater mit Blumenmuster um die Hüften, Seidenkleid paillettenbesetzten Volants und Sneaker-Slippers: alles Louis Vuitton
Grobstrickpullover und khakifarbener Strickrock mit
durchgehendemReißverschluss: Tod’s
Trägerkleid aus Lammleder, Longsleeve-Shirt aus Seidengemisch mit gerüschtem Stehkragen: alles Hermès
Doubleface-Mantel mit Schalkragen und Wildleder-Pumps: alles Michael Kors
Herrenanzug mit Nietenbesatz, Baumwollhemd, Lederkrawatte und Barett aus Wolle: alles Gucci
Oversized Mantel, Rollkragen- pullover und Hose: Max Mara, Lederbooties: Jimmy Choo.
Overall aus Mohair- Mix, wattierter Mini- rock aus Lammleder und Halsketten aus Leder: alles Salvatore Ferragamo

Der Garten

Er ist ein Zufluchtsort im besten Sinne. Umtost vom Verkehr der Großstadt, wird man vom Grün des Tiergartens umarmt und verschluckt. Wundersame Ruhe, die Menschen verspielen sich auf Wiesen und Wegen. Es ist ein Ort der Konzentration: für ernste Gespräche und leichtes Geplänkel, beides eine Kunst für sich. Unter der Pergola im Rosengarten küsst es sich am schönsten. Der Tiergarten kann Geheimnisse wahren. Während der Nazi­-Zeit gingen Dissidenten und Diplomaten hier spazieren, um unbelauscht miteinander zu reden. Nach dem Krieg opferte der Park all seine Bäume für die frierende Bevölkerung der Stadt. Mit Hunderttausenden von Baumspenden wurde er danach wieder aufgeforstet. Das Ergebnis ist ein leiser Triumph von Natur und Kultur über die Barbarei. Eine Kulisse, wie geschaffen für die Schönheit der Mode dieser Saison, die entworfen wurde, um weit darüber hinaus getragen zu werden.

FOTOGRAF: MAGNUS MAGNUSSON C/O KATHRIN HOHBERG

STYLING: BIRGIT SCHLOTTERBECK C/O LIGANORD

MODEL: CHIARA C/O MIHA MODELMANAGEMENT

HAARE & MAKE-UP: SONJA SHENOUDA C/O KATHRIN HOHBERG

MIT PRODUKTEN VON SISLEY PARIS UND ORIBE

PRODUKTION: VICTOR SCHNAUTZ

DIGITAL OPERATOR: BEN BREUER C/O BLINK IMAGING

FOTOASSISTENZ: JACK HARE

PRODUKTIONSASSISTENZ: FEE NEE

STYLINGASSISTENZ: JAKOB SCHAEFER

FOTOGRAF: MAX VON TREU C/O KATHRIN HOHBERG
STYLING: ALEX HUBER
MODEL: NIKOLINA MATICEVIC C/O TIGERS MGMT
HAARE & MAKE­UP: STEFANIE MELLIN C/O BALLSAAL
LICHTASSISTENZ: LUCA VINCENZO SIGNAL & JASCHA MÜLLER-GUTHOF TECHNIK: BEN BREUER C/O BLINK IMAGING

FOTOGRAF: MAX VON TREU C/O KATHRIN HOHBERG
STYLING: ALEX HUBER
MODEL: NIKOLINA MATICEVIC C/O TIGERS MGMT
HAARE & MAKE­UP: STEFANIE MELLIN C/O BALLSAAL
LICHTASSISTENZ: LUCA VINCENZO SIGNAL & JASCHA MÜLLER-GUTHOF TECHNIK: BEN BREUER C/O BLINK IMAGING

Und Action! 

Was die Sixtinische Kapelle und die Simpsons gemein haben? Nein, das ist keine Scherzfrage, sondern ein Vergleich, den Guccis Kreativdirektor Alessandro Michele zog, um die Originalität der Filme von Stanley Kubrick zu beschreiben. Der Regisseur brach mit seinen Arbeiten Genres auf und kreierte Filme, die zwischen akribischer Ordnung und perfektem Chaos changieren.

Szenen bekannter Klassiker werden nun in der neuen „Exquisite“ Kampagne von Alessandro Michele aufgegriffen und mit Gucci-Kreationen verwoben: Ein Kleid aus der Kollaboration mit Adidas findet sich als viktorianisches Kostüm in einer Szene des Films „Barry Lyndon“ wieder und ein Abendkleid taucht im dystopischen Set-up von „2001: Odyssee im Weltraum“ auf. Popcorn holen und in die Geschichten eintauchen!

Die ‚Exquisite‘ Gucci X Adidas Kampagne

Ein Erneuerer der Mode: Der japanische Designer Issey Miyake ist im Alter von 84 Jahren gestorben.

„I DO NOT CREATE A FASHIONABLE AESTHETIC
– I CREATE A STYLE BASED ON LIFE“


ISSEY MIYAKE

(1938 – 2022)

Immer der Nase nach

Was den Augen verborgen bleibt, entgeht der Nase nicht. Eng verwoben mit Erinnerungen sind es Düfte, die Reisen an vergangene oder weit entfernte Orte ermöglichen. Bei Balenciaga wählte man eine Duftkerze in einer kleinen, runden Silberdose als Transportkapsel in die eigene Vergangenheit. Für das Couture Comeback des Labels im vergangenen Jahr ließ Creative Director Demna Moleküle aus den Wänden des ehemaligen Balenciaga Couture Stores extrahieren und mit persönlichen Stücken von Cristóbal Balenciaga in einem Duft zusammenbringen. Die Komposition aus unter anderem Tabakrauch, altem Papier, Leder, Wolle und dem geölten Metall der Nähmaschinen kehrt nun – zur Wiedereröffnung des alten Couture Stores – in Form dieser Kerzen zurück. Gemeinsam mit Porzellanfiguren zu den Looks aus Demnas erster Couture Show und weiteren Accessoires ist sie im Pariser Couture Store erhältlich. 

 

Modischer Liebesbrief

Bühne frei – Nachdem Jean Paul Gaultier vor zwei Jahren seine letzte eigene Haute Couture Show präsentierte, überlässt er seither seinen Designer-Kollegen die Bühne. In dieser Saison erschuf Oliver Rousteing, Creative Director von Balmain, eine Hommage an die Design-Geschichte Gaultiers: In Anlehnung an seinen Anspruch, Geschlechtsrollen zu überwinden wird die Show – für Haute Couture ungewöhnlich – von Männern eröffnet. Inspiriert von der Tattoo-Kollektion von 1994 tragen sie bunt gemusterte Gewänder mit Denim-Elementen, auffälligem Schmuck und Piercings. Es folgen plastische, den Körper nachahmende oder freizügige Mieder und Korsetts, die an die Looks von Gaultier für Madonna erinnern. Sogar die Flakons der Gaultier-Düfte tauchen als High Heel Absatz wieder auf. Auf Instagram schwärmt Rousteing weiter: „Du warst schon immer eine Inspiration für mich. Mir die Schlüssel für ein paar Monate zu geben, um zu zeigen, was ich kann, war einfach ein Segen in meinem Leben. Danke für dein Vertrauen, deinen Respekt und deine Vision.“

ÜBERRASCHUNG!

Dua Lipa, Naomi Campbell, Nicole Kidman und Kim Kardashian: Bei Balenciaga geht es nicht nur um die hohe Schneiderkunst der Haute Couture, sondern offensichtlich auch um die höchste VIP-Klasse der Models. Denn Kreativdirektor Demna Gvasalia hat stets ein Gesamtkunstwerk im Kopf. Diese bekannten Namen stehen im Kontrast zu der erneuten Gesichtslosigkeit auf dem Balenciaga-Laufsteg. Bei seiner Fashion-Show in der New Yorker Börse wurden dafür noch Ganzkörperanzüge getragen. In Paris ist nun ein Helm für die Hälfte der Models obligatorisch. Dazu übergroße Denimanzüge, hautenge schwarze Anzüge, Fellmäntel mit avantgardistischen Krägen. Als die Roben und Männernanzüge zum Ende der Show eleganter werden, werden die Masken gelüftet. Denn Gvasalia provoziert die bisherigen Reglements der Branche. Auch, weil seine ausladende Röcken kaum durch die schmalen Gänge und Türen des Laufsteg-Sets passen und für ungewöhnliche Momente in der sonst so minutiös geplanten Haute Couture-Welt sorgen. Zum anderen, weil Balenciaga einen Couture-Shop eröffnen wird, in dem die Roben erstmals direkt zu kaufen sein werden.

GLITTER-GEWITTER

Um diese gewisse Raffinesse und Verführung einzufangen, die er heute vermisst, hat sich Giorgio Armani für seine Haute Couture-Kollektion von den Nachtclubs der 1920er- und 30er Jahre inspirieren lassen. „Petillant“ – zu Deutsch funkelnd – war der Name, den Giorgio Armani für seine Armani Privé-Stücke fand. In einer Kulisse, die an einen Cabaret-Club mit Bänken und kleinen Tischlampen erinnerte, hat er die glamouröse, kurze Zeit zwischen den Kriegen ins Heute übersetzt, und zeigte schwarz-weißen Trompe-l’oeil-Muster mit Perlen bis hin zu mitternachtsblauen, blumenbesprenkelten Pailletten. Dazu halbdurchsichtige Perlenpullover, getragen zu makellos geschnittenen, weitbeinigen Herrenhosen. Am Ende gab es Standing Ovations für Armani, die man sonst bei der gediegenen Haute Couture-Atmosphäre vermisst.

Traumhaft surreal

Sie hat es wieder getan. Kreativdirektorin Virginie Viard arbeitete erneut mit dem Künstler Xavier Veilhan zusammen, um die Szenerie für die Haute Couture Show von Chanel zu erschaffen, welche die Grenzen zwischen Realität und virtuellen Welten verschwimmen lässt. Um zum Laufsteg zu gelangen, wurden die Gäste durch einen Labyrinthweg vorbei an illusorischen Mobile geführt. Auf dem Laufsteg zelebrierte Viard einen Cowboy-Vibe – passend zur Pferderennbahn, auf die sie geladen hatte – mit einer Kombination aus dem legendären Chanel-Boucléstoff, wadenlangen Röcken, geblümten Chiffonkleidern.

In eine andere Welt transportierte auch der zugehörige Film zur Show, dessen Regie ebenfalls Veilhan verantwortete. Überlebensgroße Figuren eines Hais, eines Welpen und eines Oldtimers wechseln sich ab. Musiker Sebastian Tellier klimpert auf einer riesigen Gitarre, mit dabei sind Model Vivienne Rohner und Charlotte Casiraghi, die Botschafterinnen des Hauses. Ein wenig Chanel für alle, die von zu Hause in die traumhafte Haute Couture-Welt eintauchen möchten.

CHANEL

Haute Couture FW 22/23

Maria Grazia Chiuri

über die Dior Haute Couture Show

Pic Adrien Dirand

FOLKLORE TRIFFT EMOTIONEN

Im Mittelpunkt steht der Baum des Lebens, den Maria Grazia Chiuri für die Haute Couture-Show von Dior als zentrales Element ihres Défilés gewählt hat. Die ukrainische Künstlerin Olesia Trofymenko, die an der Universtität der Künste in Kiew studierte, entwarf das Bühnenbild der Show, das mit bestickten Blumenbouquets an den Wänden für Weiblichkeit und eine vielversprechende Zukunft steht. Zusammen mit der Kollektion lädt dieser Ort zu einem offenen Dialog über Traditionen, Kunst und Revolution ein.

Die Looks sind an Folklore-Kleider und Trachten angelehnt, meist in sanften Beigetönen oder zurückhaltendem Schwarz, mit eleganten Spitzenstickereien und Miedern, die auf leichte Chiffonstoffe treffen. Die Kollektion ist nicht nur ein Blick in die Vergangenheit unterschiedlicher Kulturen, wie Maria Grazia Chiuri erklärt: „Der Baum des Lebens ist ein Aufruf, eine Warnung, Traditionen und Gesten wieder zum Vorschein zu bringen, die uns ein Gleichgewicht wiederfinden lassen – wenn auch nur für einen Moment.“

Darf’s ein wenig mehr sein?

Giambattista Valli feiert mit dieser Kollektion sein 10-jähriges Jubiläum auf dem Haute Couture-Laufsteg – mit extra viel Opulenz, Discoglitzer und die für ihn so typischen, endlos wirkenden Lagen an Stoff. „Die Couture-Häuser kleideten damals Großmütter ein. Ich zog es vor, eine neue Generation von Kundinnen, Stylisten und Prominenten anzusprechen“, sagt der Designer über die Valli-Girls gegenüber WWD, wie er seine Gefolgschaft nennt. Geadelt wurde seine Haute Couture-Debüt 2012 von Charlotte Casiraghi, die eines seiner Kleider bei einer royalen Hochzeit trug. Heute kleidet er Rihanna auf dem roten Teppich oder Zendaya bei den Oscars ein. Zeitgeist, Klasse und Opulenz vereint er bis heute in seinen überdimensionalen Roben. In Paris zeigte er seine neue Kollektion zu Electro-Beats und verspiegelte Seventies-Sonnenbrillen als obligatorisches Accessoire. Denn darum geht es bei Haute Couture doch: Immer einen Schritt weiterzugehen als die anderen. Gloria von Bronewski