Thema Mode

Dioriviera bei unserem DIE STILISTEN-Shooting für die Sylt-Ausgabe.
Den Deich am Rantumbecken hinauf ging es bei unserem Modeshooting. Isabel trägt einen Total Look von Bottega Veneta, die Schafe ihre eigene Wolle.
Bandeau-Top, Rock aus Popeline und Häkeltasche: alles von Prada. Sonnenbrille: Longchamp.
Kaschmirpullover: Stephan Boya. Shorts aus Metallic-Baumwolle: Isabel Marant.
Carcoat mit Hemdkragen: Balenciaga. Kapuzenshirt und Leggings:
EA7 Emporio Armani. Kaschmirpullover: Iris von Arnim. Schwimmshorts: Vilebrequin.
Kapuzenparka mit Sunset- Monogramm, Badeanzug mit Cut-outs: Louis Vuitton. Mini Ball Bag: Marine Serre. Sonnenbrille: Chloé.
Kapuzenparka mit Sunset- Monogramm: Louis Vuitton. Sonnenbrille: Chloé.
Trenchcoat: Stella McCartney. Langarm-Sommersurfanzug: Vilebrequin. Baseball-Cap: Celine.
In der Braderuper Heide: Total Look aus Organza- Oberteil und Rock: Miu Miu. Mini-Clutch in Muschelform: Loewe.
Am Morsum Kliff: Baumwollkleid mit Gürtel: Alexander McQueen.
Bei Ebbe im Rantumbecken: Total Look mit Windbreaker, Shorts aus Lammleder und Gummistiefel „Puddle“: Bottega Veneta.
Poncho mit Kapuze und Gummistiefel: Celine. Badeanzug: Eres. Sonnenbrille: Victoria Beckham.
Am Morsum Kliff: Baseball-Cap: sansibar.de. Unisex Overshirt: Diesel. Darunter: Schwimmshorts von Paul Smith. Earcuff in Gold: Wempe.
Wendbare Windjacke: Fendi x K-Way. Cropped Sweatshirt: Celine. Schwimmshorts Vilebrequin. Kette: Christian Dior.

Zum Meer!

Den endlosen Strand im Herzen, galt es, auch das ländliche Sylt zu entdecken, die weiche Seite, das Watt. In Morsum entlang der weiten Felder kilometerweit bis zum Kliff radeln, die Schafe im Rantumbecken besuchen, durch die Braderuper Heide stromern. Natürlich hatten wir schöne Sommermode dabei. Schietwetter? Egal. Getreu unserer Devise: Es gibt keine falsche Kleidung.

Fotograf: Alex Wall c/o Kathrin Hohberg

Styling: Silja Lange

Model: Isabel Mondes c/o Spin Model Management

Haare: Jörg Oppermann mit Produkten von La Biosthétique

Make-Up: Maja Botic mit Produkten von La Biosthétique

Digital Assistenz: David Rudolf

Produktion: Axvisualmedia

Casting: Martin Freimoser

Styling Assistenz: Carla Günther

Live aus Paris. Kleider aus Licht: Clara Daguin hat den Spiegelsaal im Museum Grévin in ein spektakuläres Wunderkabinett verwandelt. Mit vernetzten und intelligenten Lichtfasern aus der Jacquard-Technologie von Google.

Journalistin Silke Bender für ICON in Paris

„Couture is above trends, FASHION, AND INDUSTRIAL DRESSMAKING. IT IS A TIMELESS AND PURE EXPRESSION OF CRAFT AND THE ARCHITECTURE OF SILHOUETTE THAT GIVES A WEARER THE STRONGEST NOTION OF ELEGANCE AND SOPHISTICATION. 

COUTURE IS THE HIGHEST LEVEL OF GARMENT CONSTRUCTION, THAT IS NOT ONLY RELEVANT IN TODAY’S MASS-PRODUCTIVE INDUSTRY, BUT EVEN ABSOLUTELY NECESSARY FOR THE SURVIVAL AND FURTHER EVOLUTION OF MODERN FASHION DESIGN.“

Demna Gvasalia, Balenciaga

Haute Couture, reloaded

Ein intimer Salon, wenige Gäste, keine Musik und Looks, die Nummern zugeordnet sind: Balenciagas erste Haute Couture-Schau seit 54 Jahren erinnert in vielerlei Hinsicht an die traditionellen Defilees, zu denen der Gründer Cristóbal Balenciaga einst einlud. Dieser glaubte an Handwerk, Präzision, den perfekten Schnitt. Ebenso wie sein Nachfolger Demna Gvasalia, der nun eine neue Generation darüber aufklären will, dass Balenciaga für mehr steht denn für klobige Sneakers und Logo-Caps.

In Paris stellte das Haus Looks vor, die aufwendige Schneiderkunst und -techniken mit den Insignien zeitgemäßer Streetwear vereinte, für die Gvasalia so bekannt ist. Klassische Schneiderei, Blazer, Hosen und Mäntel stehen im Mittelpunkt, Denim-Jacken werden neu konstruiert, ein Mantel erinnert vorne an eine Outdoor-Jacke und überrascht hinten mit einer Watteau-Falte. Kostüme wirken wie aus Ton geformt, die Silhouetten sind skulptural, die Schultern mächtig. Ein Kapuzenpullover hat ebenso seinen Platz wie eine funkelnd bestickte Robe. Beides steht für die Zukunft eines Hauses, das seine Vergangenheit mehr umarmt denn je. Silvia Ihring

For the CHANEL Fall-Winter 2021/22 Haute Couture collection, Sofia and Roman Coppola have made a short film starring Margaret Qualley. From the exceptional savoir-faire of the ateliers to the last fitting of her dress in the Haute Couture Salons, the actress and ambassador of the House discovers the final preparations for the collection imagined by Virginie Viard.

Schauspielerin Margaret Qualley fotografiert von Mikael Jansson für CHANEL

„Paris, cradle of Haute Couture.
Paris to which this Art belongs.
Paris burning with its renewed vitality.
An evasive nocturnal walk, with a slight taste for danger in search of the pleasure of reliving these emotions.“ Giambattista Valli

Courtesy of Giambattista Valli

Imagery and video shot at Espace Niemeyer

© NIEMEYER, OSCAR / Adagp, Paris, 2021

Schiaparellis
Haute Couture

„I found myself wondering, again and again: What if you combined a little Manet; a little Lacroix; a little 1980s; a little 1880s; a little matador; a little space alien; a little Ingres; a little shimmer; a lot of color? Could I do it? And what would it look like? The answer is this, my fourth couture collection: The Matador.“

Daniel Roseberry for Schiaparelli FW21 Haute Couture

Jil Sander Menswear Spring Summer 2022

JIL SANDER MEN

Es mag an der Eintönigkeit der Corona-Zeit liegen oder / und an der Geburt ihrer Tochter (Glückwunsch!), aber mit diesem Frühjahrswerk enthüllen Lucie und Luke Meier eine aufregende neue Seite ihrer facettenreichen Kreativität, eine unbeschwerte und junge. Ungewöhnlich kräftige Farbgebung, Stickereien, die an ein frühes New York erinnern ergänzen sich mühelos cool mit den gewohnt strengen Schnitten. Diese Kollektion feiert den ganz eigenen Stilmix.

Die Louis Vuitton Spring Summer 2022

Menswear Kollektion

Dries Van Noten Menswear Spring Summer 2022 Kollektion

Home is where cranes are

Nichts geht über die Heimat. Der belgische Designer Dries van Noten widmet seiner Geburtsstadt Antwerpen nun eine ganze Modekollektion. Gemeinsam mit ausgewählten Werken des Antwerpener Plantin-Moretus-Museums und einer mittelalterlichen Stadtkarte, kamen sogar private Schnappschüsse für die Frühjahr/Sommer Herrenkollektion 2022 zum Einsatz. Fotos der Hafenkräne, Innenstadt und des Nachtlebens wurden kurzerhand auf Oversized Hemden, Hosen und Shirts gedruckt. Inszeniert wie Postkarten, pendeln die Kollektionsbilder zwischen Stadtführung und Vorfreude auf ein aufgeladenes postpandemisches Leben. Der nächste City-Trip kann kommen.

 

Photos: Sofie Middernacht & Maarten Alexander

Loewe
Loewe Menswear Spring Summer 2022 Kollek

LOEWE MEN SS22

„Wenn Du ein Bild von etwas hast, dann weiß man zumindest, dass es wahr werden könnte.“ Dies, so der Designer JW Anderson, sei der Grund, warum die Bilder von Florian Krewer der (digitalen) Präsentation der Loewe Männer-Kollektion für Spring Summer 2022 einen großen Rahmen geben. Mal ganz abgesehen davon, dass der Brite ein großer Fan der expressiven, farbintensiven, tiefgründigen Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers mit Wohnsitz in New York ist, seit er ihn das erste Mal vor gut zwei Jahren in einer Londoner Galerie entdeckt hatte.

Und so ist auch die Kollektion – wie immer schon bei Anderson gewissermaßen unisex („I like to question my own aestetic“) – eine Explosion von Knallfarben und Energie, mit Kaktusleder und Metallen eine Botschaft von „elektrifizierender Flucht und hoffnungsvollem Optimismus“ wie er es nennt. „Ich habe, wie wohl die meisten Menschen, eine große Sehnsucht, mich in etwas zu verlieren“, sagte Anderson in einem Zoomcall. Wobei das nicht unbedingt Party sei wie vielleicht früher, vielmehr wäre er als erstes wie ausgehungert in London und Madrid ins National Museum und ins Prado gegangen, als es endlich wieder möglich war. „Ich musste die Geschichte der Welt sehen.“

Aber: Mode sei immer auch eine Art von Projektion in die Zukunft. „Wir müssen an der Idee festhalten, dass eines Tages die Dinge wieder in Ordnung kommen.“ Dann wenn das, was Anderson gezeigt hat, nicht mehr wie jetzt als „rebellious act“ , verstanden werden müsse, wie derzeit, weil es grad nicht möglich so zu leben und zu agieren, wie seine Kollektion suggeriert. „Wir dürfen nicht die Angst und Verletzlichkeit der jungen Leute unterschätzen.“ Man muss es natürlich nicht überbewerten, aber die Neonfarben dieser Kollektion sind also auch so etwas wie die Leuchtstreifen im Autobahndunkel. Inga Griese

Fotografiert von David Sims

Florian Krewer “dance I”, 2020 Oil on linen  244 x 213.5 cm
Florian Krewer “sun in the sky”, 2020 Oil on linen  260 x 220 cm
Porträt Florian Krewer
Florian Krewer “break free”, 2020 Oil on linen  213.5 x 183 cm
Florian Krewer “release”, 2020 Oil on linen 152.5 x 132 cm

Die Arbeiten des deutschen Künstlers Florian Krewer sind die Grundlage der Loewe Men Spring Summer 2022 Kollektion. Bekannt als eine der aufregendsten neuen Stimmen der zeitgenössischen Malerei, verarbeitet der Wahl-New-Yorker seine persönlichen Erlebnisse in der Metropole. Basierend auf Handy-Fotografien, erzählt seine Malerei von Konflikten und Sehnsüchten auf einer Farbpalette von Schwarz, unsauberem Weiß und künstlichem Rosa, Violett und Blau.

 

© Florian Krewer, courtesy Michael Werner Gallery, New York and London

Loewe Spring Summer 22

DIOR HOMME 2022

Die Paris-Texas-Connection

Co-Working is the new cool: Dries van Noten und Christian Lacroix taten sich bereits zusammen, Alessandro Michele vermischt die Logos von Gucci und Balenciaga für die kommende „Aria“-Herbstkollektion – und jetzt holt Kim Jones von Dior Homme den texanischen Musiker und Rapper Travis Scott, Spitzname Cactus Jack, an Bord und nennt die gemeinsame Frühjahr-/Sommerkollektion 2022 „Cactus Jack Dior“.

Das Zelt vor dem Pariser Invalidendom wurde zu einer imaginären Landschaft, in der sich texanische Canyons und Kakteen mit französischen Rosen und Pilzen vereinen. Ein Spiel mit der Historie des Hauses: Damit erinnert Jones einerseits an den Rosengarten der Familie von Christian Dior in der Normandie, andererseits an Diors erste USA-Reise nach Texas 1947, mit der der Franzose zum internationalen Star der Nachkriegsmode wurde.

Wer nun an Cowboys und andere breitbeinige, testosterongeladene Männerklischees denkt, wird überrascht: „Cactus Jack Dior“ ist eine Kollektion für gesoftete Männer mit neuer Silhouette: Jones und Scott zeigen schmale statt breiter Schultern, Slim-Mäntel und Blazer, die über weichfließenden Hosen mit hohen Taillen getragen werden. Auch das eine Hommage an Diors „Pfeil-Silhouette“, die er 1956 für Damen vorschlug. Die Farben: Neben ein paar Looks im obligatorischen Schwarz gedeckte Wüstenfarben – von Mauve über Café und sonnengebleichte Pistazie – auch Neongrün und Altrosa. Selbst Diors Fetischmuster – das Toile de Joy – wird nun auch männertauglich: Als „Toile de Cactus“, auf der Wüstenszenen nachgebildet werden. Der Rapper und der Modedesigner schaffen dabei das Kunstwerk, mit dieser Kollektion einen sehr neuen, eigentümlich androgynen Look zu entwerfen, bei der die vermeintlichen Gegensätze von weiblich und männlich aufgelöst werden, ohne einfach nur „unisex“ zu sein. Und das ist wirklich neu und cool. Silke Bender aus Paris

Echt jetzt?

Tanzen, Streiche spielen und Challenges: Auf der Social Media Plattform TikTok entwickeln sich täglich neue Trends. „Fake it till you make it”, lautet das neueste Motto. In kurzen Videos präsentieren User stolz ihre gefälschten „Designer-Schnäppchen”. Ganz vorn dabei ist das italienische Modehaus Gucci: Die britische Preisvergleichsplattform money.co.uk stellte fest, dass unter Hashtags wie #fakegucci oder #counterfeitgucci über 13 Millionen Mal nach Clips gesucht wurde.

Damit überholt die Marke den Uhrenhersteller Rolex mit 11 Millionen Hashtag-Aufrufen und Louis Vuitton mit ca. 2 Millionen Aufrufen und wird zur beliebtesten Designer-Fälschung auf TikTok. Ob auch das Gefühl, mit einer Fälschung auszugehen, das gleiche ist wie mit einem Original, wissen am Ende jedoch nur die TikToker.

Tanz auf Sand

“Musik hat in meinem Leben immer eine wichtige Rolle gespielt. Wie ein Soundtrack oder eine Energie, die meine Jugend begleitet hat”, sagt Riccardo Tisci. Auf Raves und Partys entdeckte und formte Tisci seine eigene Identität und Stimme. Drei Jahre nach seinem Start als Chefdesigner bei Burberry wird es Zeit, dass das traditionsreiche britische Modehaus dieser Stimme mehr Platz gibt. In einer wüstenähnlichen Landschaft in der Nähe eines brachliegenden Hochhauses in der Nähe von London inszenierte Tisci eine Modenschau (untermalt mit Trance-Musik), die den Geist und Look der Rave-Community in Erinnerung rief.

Dafür dekonstruierte Tisci typische Burberry-Klassiker, zitierte militärisch anmutende Kampfkleidung. Ein Trenchcoat wird zum Neckholder-Kleid ohne Ärmel, Harnisch-ähnliche Oberteile sind mit breiten Riemen verziert, Stoff-Auflagen auf Schultern oder Brust erinnern an Panzer oder Brustplatten. Dazu kombinierte der Designer Kleidungsstücke, die er wohl auch selbst beim Tanzen tragen würde, transparente weite T-Shirts, grafische Prints, robuste Lederhosen oder kantige enge Tanktops.  Den “freien Geist der Jugend” wollte der Italiener mit dieser Kollektion einfangen, und so hat er Burberry einer Verjüngungskur unterzogen, die das Label in einem neuen Licht erscheinen lässt.