Thema Mode

Ladies & Gentlemen, HIM. Giorgio Armani, one of a kind. His style forever. In fashion and habits. Unique. Never tired.

Credit: Prada/PR
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Kaa Gerber Credit: Prada/PR
Kendall JCredit: Prada/PR
Kendall Jenner Credit: Prada/PR
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Hunter Schaefer Credit: Prada/PR

Gegensätze ziehen sich an

Eine Kollektion der Kontraste bei Prada: Feminin vs. Maskulin, das Weiche gegen das Strukturierte, das Einfache gegen das Aufwendige. Die Prada-Frau von Miuccia Prada und Raf Simons ist wie immer facettenreich und stark, genau wie die berühmten Frauen auf dem Laufsteg und in der ersten Reihe, von Kim Kardashian bis Hunter Schaefer, Kendall Jenner und Rita Ora.

„It´s Fausto again!“ Roberto Cavalli by Fausto Puglisi

Fendi

Bella Hadid bei der Fendi Fall Winter 22 Show in Mailand

ALLES AUF SCHWARZ

Kanye West alias Ye, der mit seiner Marke Yeezy regelmäßig für die Modekette Gap entwirft, holt nun die Luxusmarke Balenciaga und dessen Chefdesigner Demna Gvasalia an Bord. „Yeezy Gap Engineered By Balenciaga“ heißt die Kollektion des Dreiergespanns. Anders als der kompliziert futuristisch klingende Name vermuten lässt, lösen die monochromen Looks eine überraschende Begehrlichkeit aus.

Es gibt ein Wiedersehen mit Gvasalias Regenmänteln, die er bereits für Vetements entwarf. Dazu Oversize-Schnitte, überlange Stiefel, Latex trifft Leder. Alles in Schwarz. Und von allem immer einen Tick zu viel, typisch Kanye eben. Erhältlich bei Gap online und Farfetch.

„Beauty is not stillness. It comes from tension—indeed, from conflict. It is constantly in the making.“

Miley Cyrus wird in einem Spitzenensemble über die Tanzfläche getragen. Snoop Dogg sitzt in einem lindgrünen Anzug an einem Tisch und verspeist ein Stück rosa Torte. Beanie Feldstein von „Booksmart“ trinkt Champagner, während Jared Leto einfach nur gelassen Jared Leto ist. Was wie ein legendärer Discoabend aus einer weit zurückliegenden Zeit klingt, ist die neue Kampagne von Alessandro Michele für Guccis Kollektion „Love Parade“, fotografiert vom Fotografenduo Mert & Marcus. Beim Anblick dieser Fotos bleibt nur eine Frage offen: Wo ist unsere Einladung geblieben?

Credit: Alessandro Michele/Gucci, Fotos von Marcus & Mert

Vom Winde verweht

„Ich liebe das Geheimnisvolle und die Unvorhersehbarkeit des Himmels, die Tatsache, dass er immer in Bewegung ist und sich ständig verändert“, sagt Kreativdirektorin Sarah Burton über die „Storm Chasing“-Kollektion von Alexander McQueen für Frühling/Sommer 2022. Nun erschien der kunstvolle Modefilm zur Kollektion von Regisseurin Sophie Muller.

Dieser zeigt hoch über den Dächern von London, wie Burton das Stürmische in ihre Mode übersetzte. Mit dramatischen Plissee-Kleidern, die aussahen, als würde der Wind sie von den Schultern der Models tragen. Oder mit dem Couture-ähnlichen Volumen eines Peacoats, der sich in einen wogenden Windbreaker verwandelte. Oder Kleider und Röcke, die so geschnitten waren, dass sie den Eindruck von Gegenwind erweckten.

Burton hat sie entworfen, um in den unvorhersehbaren Pandemiezeiten zu mehr Courage aufzurufen: „Es repräsentiert das, was wir alle durchleben. Es gibt Zeiten mit Sonnenschein und Momente mit Turbulenzen. Man muss sich dem stellen und darf sich nicht davor verstecken. Es geht darum, mutig genug zu sein, um den Mut zu haben, damit umzugehen.“

 

Vorfreude auf Paris

Wohingegen für die bevorstehende Fashion Week in New York einige Schauen abgesagt wurden, stimmt die Aussicht auf die Modenschauen in Paris freudig. Wie die Fédération de la Couture de la Mode veröffentlichte, werden in Paris ab 28. Februar 37 reale und 13 digitale Präsentationen stattfinden.

Für den Auftakt ist eine Show von Off-White geplant, die zu Ehren des verstorbenen Virgil Abloh um 20 Uhr stattfinden wird. Aber das ist nicht die einzige Überraschung: Vetements zeigt die Kollektion seines neues Unterlabel Vtmnts erstmals in Paris und auch das gefeierte Label The Row von den Olson-Zwillingen kehrt nach sechs Jahren zurück in die französische Hauptstadt. Wir nehmen Sie natürlich auf iconmagazine.de und Instagram mit.

Freunde fürs Leben 

Auf Basics im Kleiderschrank sollte immer Verlass sein. Zeitlos, langlebig, nachhaltig. Wohingegen sich manche Modeketten oft schönfärberisch mit „Conscious“-Labels rühmen, steckt beim Independent-Label Phyne echtes Umweltbewusstsein dahinter. Bei ihrer Produktion mit Bio-Baumwolle wird weniger Wasser verwendet, weniger CO2 ausgestoßen und auch keine toxischen Chemikalien eingesetzt. Und die Schnitte? Sind ebenfalls wirklich fein. Das zeigt sich auch bei der neuen Sommerkollektion „Endless Summer“, die mit ihren Claims auf die Erderwärmung aufmerksam macht.

Yves Saint Laurents Kleid ist ein Hommage an Piet Mondrian (Herbst/Winter 1965, das sich auf Mondrians Komposition in Rot, Blau und Weiß II, 1937 bezieht) Fotograf: Yves Saint Laurent @ Nicolas Mathéus Yves Saint Laurent/Nicolas Mathéus/Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist. RMN-Grand Palais / Jacques Faujour
Yves Saint Laurent, fotografiert von Jeanloup Sieff i 1971. Credit: Estate of Jeanloup Sieff/Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist.
Eine YSL-Jacke aus der Herbst/Winter-Kollektion 1979, inspiriert von Pablo Picassos Porträt von Nusch Éluard (1937). Foto: Succession Picasso – Gestion droits d’auteur/YVES SAINT LAURENT AUX MUSÉES
YSL-Jacke aus der Frühjahr/Sommer-Kollektion 1971, inspiriert von Martial Raysse’s Made in Japan-La Grande Odalisque (1964). Credit: YVES SAINT LAURENT AUX MUSÉES
Der französische Industrielle und Mäzen Pierre Berge war Mitbegründer des Modehauses Yves Saint Laurent Couture und Lebenspartner von Yves Saint Laurent. Hier wird er hinter der Bühne des Hotel Meurice fotografiert, als er die Show inszeniert, während Yves Saint Laurent ein Kleidungsstück des Models zurechtrückt. Foto: Derek Hudson/Getty Images

Auf nach Paris!

60 Jahre ist es her, dass Yves Saint Laurent seine erste Modekollektion in Paris zeigte und sein Werdegang zum einflussreichsten Couturier des 20. Jahrhunderts begann. Zu diesem Jubiläum huldigen nun sechs Pariser Museen sein Schaffen unter der Gruppenausstellung „YSL aux Musées“, die vom 29. Januar bis zum 15. Mai 2022 zu sehen ist.

Wie Saint Laurent die Malerei auf den Laufsteg brachte, den Smoking für Frauen erfand und als erster Designer nicht nur mit weißen Models arbeitete, sind nur einige der sehenswerten Details der Ausstellungen, die im Centre Pompidou, Musée d’Art Moderne de Paris, im Louvre, im Musée d’Orsay, im Musée National Picasso-Paris und natürlich im Musée Yves Saint Laurent zu sehen. Letzteres zeigt außerdem zum ersten Mal einen Teil der größtenteils unveröffentlichten Archive des Modehauses.

Auf ein Neues

Sich in dieselbe Richtung zu entwickeln, gehört zu den Grundvoraussetzungen solider Partnerschaften. Dies gilt auch für jene geschäftlicher Natur. Etwa im Falle der Zusammenarbeit von Prada und Adidas: 2019 lancierten man den Prada for Adidas Sneaker. Jetzt folgt eine Adidas for Prada Kollektion, die unter dem Credo der Nachhaltigkeit steht. Sie umfasst neben Schuhen mit Prada-typischen Microbags auch Accessoires und Ready-to-wear Mode. Dabei treffen typische Adidas Silhouetten auf die schlichte Eleganz Pradas und handwerklichem Know-how. Alle Teile werden aus dem von den Italienern entwickelten Re-Nylon Stoff gefertigt, der durch das Recycling von Plastikmüll und Textilfaserabfällen gewonnen und beliebig oft wiederverwendet werden kann.

Courtesy MAGNIN-A Gallery, Paris. (c) Omar Victor Diop
CRAIG GREEN SS21, photography by Amy Gwatkin
Gucci Pre-Fall 2019 Men’s Tailoring Campaign. Courtesy of Gucci
Harris Reed Fluid Romanticism 001. Photographer Giovanni Corabi
Charles Coote, 1773-1774. Photo _ National Gallery of Ireland
Wales Bonner Spring Summer 2015 Afrique. Photo Dexter Lander

Was Mann trägt

Es gibt nicht viele Jobs, in denen Männer selbst bei einer erfolgreichen Karriere, selten an Erfolg und Gehalt ihrer Kolleginnen anknüpfen können. Der des Models ist so einer. Um mit diesem Schema zu brechen, nimmt das Victoria & Albert Museum für Kunst und Design nun Männermoden ins Visier. In der Ausstellung „Fashioning Masculinities: The Art of Menswear“ wird die Entwicklung der Männermode von der Renaissance bis in die Gegenwart thematisiert. Damit einher geht die Frage nach dem Wandel von Maskulinität. Präsentiert werden 100 Looks, etwa von Harris Reed oder Billy Porter, sowie 100 Kunstwerke. Ab 19. März in London.

Der glitzernde Handschuh von Michael Jackson  
Porträt von Dita von Teese, Plexiglas mit 84.000 Swarovski Kristallen
Elton Johns Outfit bei „Rocket Man“  
Katy Perrys Kronleuchter-Look  
Korsett, Schuhe und Hut mit Swarovski Kristall aus dem Film Moulin Rouge (2001) mit Nicole Kidman Courtesy of The Walt Disney Company
Detailaufnahme der Elton John-Jacke  
BJÖRKs Kleid mit 25.000 Swarovski Neonperlen und Swarovski Kristallen, 2018
Chers Original-Eröffnungskostüm mit golden Flügeln, Kopfschmuck,  getragen während ihrer Shows im Caesar’s Palace / Las Vegas, 2008
Marilyn Monroe, Replika des „Happy Birthday Mr. Kennedy“ Dress/ Replica of the ‚Happy Birthday Mr. President‘ Kennedy Dress, 2016

Stars, Sternchen, Swarovski

Mit der neuen Ausstellung zeigt Swarovski, wie ihre Kristalle den berühmtesten Bühnenauftritten des vergangenen Jahrhunderts den letzten Schliff verliehen haben. Wie zum Beispiel mit Elton Johns Jacke aus „Rocket Man“, in der er mit einer glitzernden Rakete auf dem Rücken fliegend am Piano spielte. Oder Michael Jacksons funkelnder Handschuh, den er 1984 während seiner „Victory“-Tour trug und der ihm den Spitznamen „Glove“ einbrachte.

Ebenso unvergessen ist Marilyn Monroes legendäres, mit Kristallen besetztes Kleid, mit dem sie im Mai 1962 am Geburtstagsdinner von John F. Kennedy „Happy Birthday, Mr. President“ sang. Auch wenn es von diesem Kleid in der Ausstellung lediglich eine Nachbildung zu sehen gibt (so wie von Marlene Dietrichs weißfunkelndem Dreiteiler aus dem Film „Blonde Venus“, mit dem Swarovski 1932 seine Premiere auf der Kinoleinwand feierte), sind die meisten der ausgestellten Stücke die Originale, die Cher, Dita von Teese, Lady Gaga, Katy Perry oder Beyoncé auf ihren Tourneen getragen haben. „The Art of Performance“, zu besuchen in Swarovskis Kristallwelten im Hauptquartier in Wattens, Österreich. GvB

Marie Sophie Wilson, Maria Carla Boscono, Kristen McMenamy und Designer Pierpaolo Piccioli Credit: Valentino
Credit: Valentino
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Credit: Valentin
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Credit: Valentino
Credit: Valentino
Credit: Valentino
Credit: Valentino
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Lynne Koester Credit: Valent
Credit: Valentino
Credit: Valentino
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Credit: Valentino
Credit: Valentino

Uneingeschränkte Schönheit

Es gibt niemanden, der die „Anatomy of Couture“-Show von Valentino so eröffnet wie Kristen McMenamy, das 57-jährige Supermodel. Nach vielen Luftküssen in einem schwarzen Minikleid folgte ihr eine Schar an Models, bei deren Besetzung Chefdesigner Piccioli erneut über die Grenzen des Gewohnten hinausging. Denn McMenamy war nicht das einzige grauhaarige Model; Marie Sophie Wilson und weitere altbekannte Namen wie Lynne Koester und Hannelore Knuts stiegen aus der Versenkung der 90er-Jahre auf.

Aber Piccioli mischte nicht nur verschiedene Altersgruppen. Plus-Size-Models wie Jill Kortleve und Männermodels wie Jon Kortajarenas – unüblich für eine Couture-Show. Mit dem gleichen eleganten Understatement, das für gewöhnlich seine Kleider auszeichnet, bemerkte Designer Pierpaolo Piccioli nach der Show, „Zeit für Veränderung“. Sein Ziel? „Eine Idee von Schönheit zu fördern, die uneingeschränkt ist.“ Gloria von Bronewski

Jean Paul Gaultier x Glenn Martens Haute Couture

Credit: Jean Paul Gauk
Credit: Jean Paul Gaultier
Credit: Jean Paul Gaultier
Credit: Jean Paul Gaultier
Credit: Jean Paul Gaultier
Credit: Jean Paul Gaultier

Ein pompöser Seitensprung

„Ich bin der Frau treu geblieben, die Jean Paul in der Vergangenheit kreiert hat – die reine Göttin, die Schönheit, die Hüften, was auch immer, all das Drama, das er liebte“, sagt Designer Glenn Martens über seine Kreationen für Jean Paul Gaultiers Haute Couture-Linie. Nur für eine Saison will er das Zepter übernehmen. Leider, denn kaum eine Kollektion war so inspirierend und voller Zeitgeist, wie die des Y/Project- und Diesel-Designers.

Angeführt wird die Kollektion von einem bretonischen Marinekleid mit handbestickten Details, im typischen Gaultier-Stil, das aber à la Martens mit durchsichtigem Stoff die Silhouette offenbart. In echter Martens-Manier tauchen immer wieder Y-förmige Formen auf, die dann mit Korsett-Looks und üppigen Chiffonkleidern unverkennbar auf den Gaultier der 90er-Jahre verweisen. „Ich erfinde diese ikonischen Momente auf meine eigene Weise neu“, sagt Martens. Und wie wir uns still wünschen, hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Credit: Alaïa
Credit: Alaïa
Credit: Alaïa
Credit: Alaïa
Credit: Alaïa
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Credit: Alaïa

Wenn Picasso heute Mode machen würde

„Es hat eine raue, magische Schönheit. Wie ultimative Göttinnen“, sagte Pieter Mulier über den Höhepunkt seiner Show für Alaïa: Die Strickkleider, die in enger Zusammenarbeit mit der Picasso-Stiftung entstanden sind. Gründer Azzedine Alaïa war ein Sammler und enger Freund des Künstlers.

Glänzende Greta-Garbo-Mäntel aus Lackleder, durchsichtige Spitzenkleidern und spanisch anmutenden Volantschlaghosen, die besonders die junge Generation auf Social Media verzückt haben. Die Strickkleider sind Kunstwerke. Ihre detailgetreue Stickereien zeichnen die Optiken von Picasso-Keramiken nach, die der Künstler in den 1940er-Jahren geschaffen hat.

Chanel Haute Couture

Spring Summer 2022

Chanel Haute Couture SS22

Im Schiaparelli-Himmel

Letztlich gehe es ihm nicht um Likes oder Celebrities, schreibt Daniel Roseberry in den Notizen zu seiner neuesten Haute-Couture-Kollektion für Schiaparelli. Das sind große Worte von einem Designer, der im vergangenen Jahr mit einigen ikonischen Celebrity-Auftritten Hunderttausende von Likes generiert hat – man denke nur an Bella Hadid und ihr „Bronchien-Kleid“ in Cannes im vergangenen Jahr. Nun weiß Roseberry aber: Solche Auftritte bringen nicht viel, wenn sie nicht irgendeine Art von Emotion hervorrufen.

Für seine erste Live-Show seit Beginn der Pandemie wollte Roseberry Emotionen mit einem möglichst einfachen Rezept wecken: Gold, schwarz, weiß. Das Ergebnis ist alles andere als einfach, sondern abgehoben, im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Haarschmuck erinnert an Sonnen und ein Hut an einen Heiligenschein, ein goldener Ring umkreist ein Bustier wie bei einem Planeten, und aus einem schwarzen Kleid wachsen goldene Tentakel, verwandeln eine Haute-Couture-Robe in ein wundersames Fantasiekleid für einen Science-Fiction-Film. Die zugespitzten Brustpartien, für die Roseberrys Arbeit inzwischen bekannt ist, tauchen ebenso auf wie Schiaparelli-typische Hummer-Motive. Roseberry beschreibt den Himmel „als einen Ort, an den wir vor dem Chaos auf unserem Planeten hin fliehen können.“ Ganz abheben lassen möchte man ihn aber nicht. Wer sonst soll die Menschen auf Erden so schön zum Träumen bringen? Silvia Ihring

DIOR HAUTE COUTURE

SPRING SUMMER 2022

Dior Haute Couture SS 22