Thema Persönlich

Isabell Werth x Range Rover x ICON

More is more

In der Adventszeit freue ich mich am meisten auf den Tannenbaum. Wir stellen ihn traditionell immer schon Anfang Dezember auf. Grundsätzlich bin ich mit Dekoration eher zurückhaltend, aber beim Tannenbaum gebe ich alles: von Donuts, über Teddybären bis hin zum Empire State Building hängt alles dran – more is more!

Das ist sicherlich meiner Zeit in New York geschuldet: Ab Anfang November glitzert und funkelt die ganze Stadt. Den Weihnachtsschmuck bringe ich von Reisen aus der ganzen Welt mit. Es sind sehr schöne Erinnerungen, die dann einmal im Jahr zum Vorschein kommen. In diesem Jahr kann mein Sohn das erste Mal das Glitzern erleben – ich bin gespannt auf seine Reaktion. Nina Kastens Schmuckdesignerin in Hamburg

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Bad Murmeltier

 „Tja. Wenn ich auf die kommende Adventszeit schaue, dann sehe ich vermutlich so erwartungsfroh aus wie Bill Murray um 6 Uhr in Punxsutawney, Pennsylvania, wenn der Radiowecker ihn am „Groundhog Day“ mit „I Got You Babe“ von Sonny and Cher und der Stimme eines aufgekratzten Morningshow-Moderators in einen ewig gleichen Tag scheppert. Ich bin von der Bad Murmeltierzeit dabei übrigens ähnlich kalt erwischt worden wie der gute Bill im Film. Hatte ich nicht ernsthaft mit gerechnet. Vielleicht ist die Adventszeit, wie ich sie mir vorgestellt habe, ja doch noch zu retten. Ansonsten gilt wie im letzten Jahr: Das Beste draus machen. Sich in der Familie verkrümeln. Wie sagte unser gar nicht mehr so kleiner jüngerer Sohn kürzlich: Ich finde, wir müssen wieder mehr kuscheln.“

Journalist Volker Corsten über die anstehende Weihnachtszeit

Kunst kommt von Können

Seit Jahren schon stellt Florentine Joop ICON ihr kluges Schreibtalent und ihre Kreativität zur Verfügung, schreibt in jeder Ausgabe ihre Kolumne „How to Art“ und illustriert jede einzelne von ihnen. Ihre Fantasie? Schier grenzenlos. Und nun verkauft die Illustratorin, die mit Mann, drei Kindern, Patchworkfamilie, Eltern und Hühnern auf einem kleinen Gut in Potsdam lebt, drei ihrer Aquarellkunstwerke in der Weihnachtsausstellung „100 unter 1000“ im Schindler LAB in Potsdam, einem Zentrum für zeitgenössische Kunst. 4. & 5. sowie am 11. & 12. Dezember.

Frauenpower. Klingt irgendwie abgedroschen, auch wenn wir wissen, dass generell noch viel zu tun ist. Aber es gibt gerade in der Mode tolle Vorbilder. Allein was Maria Grazia Chiuri bei Dior oder Veronica Etro im gleichnamigen Familienunternehmen an Kreativität, Schönheit und Gedankenwelt präsentieren, ist von mitreißender Kraft.

Grüße von Veronica Etro und Maria Grazia Chiuri zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

Der Gründer Gianni, seine Schwester Donatella, die Medusa, die Lust an Üppigkeit und Sexappeal, die Raffinesse der Schneiderkunst – Versace ist ohne Zweifel seit Jahrzehnten eine Ikone der Mode.

Grußkarte von Donatella Versace zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

Er ist ein Freund der ersten Sekunde: Wolfgang Joop. So kreative Geister, so Multitalente wie er, der im Trio mit Jil Sander und Karl Lagerfeld die Mode von Deutschen auf die Weltbühne brachte, sind unser Ansporn. Und so feiern wir mit ICON 15, was uns immer wieder inspiriert: Ikonen & Visionen.

Grußkarte von Wolfgang Joop zum 15-jährigen Jubiläum von ICON

Robert Lebeck, 1968, Westerland.  In der Online-Auktion der Berliner Villa Grisebach zum Thema „Die Krawatte in der Photographie“ findet.

Love is in the air

Darf der das? Nicht die Krawatte. Sondern da hingucken, wo er hinguckt? – Ist es nicht verwirrend wie das Stoffmuster, dass einem eine solche Frage in den Sinn kommt? Statt Pril-Blumen zum Beispiel. Was ist da passiert mit uns, seit Robert Lebeck diese wunderbare Aufnahme in Westerland machte? (Die sich in guter Gesellschaft mit Werken von Warhol bis William Klein in der Online-Auktion der Berliner Villa Grisebach zum Thema „Die Krawatte in der Photographie“ findet). 1968 hat Lebeck die Szene fotografiert. Damals, als braun werden ein Ausdruck von Wohlstand und Orange die Megafarbe war, als die Deutschen das Wirtschaftswunder entdeckten und auch die Rebellion. Als entscheidende Weichen gestellt wurden für die gesellschaftlichen Freiheiten, die heute absurderweise von eigenwilliger moralischer Hysterie wieder eingekreist werden. Wir wollten frei sein und wir wurden es.

Natürlich gibt es noch Optimierungsbedarf, aber ganz wesentliche Themen wie Emanzipation, Akzeptanz von Diversität und Sexualität, Religionsfreiheit, freie Lebensentwürfe wurden doch in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts überhaupt erst möglich. Manchmal sorge ich mich. Wenn Natur nicht verstanden wird. Kunst einfach abgehängt, weil sie angeblich belästigt, statt sich darüber auszutauschen. Wenn in der Berliner Blase genderneutrale Toiletten an Grundschulen thematisiert werden, statt das eigentliche Problem zu politisieren, dass wirklich in jeder Hinsicht gute Schulen noch immer Glückssache im reichen Deutschland sind. Und vieles mehr. Aber dies ist ICON. Das Anti-Problem. Wir suchen stets nach Schönheit, Inspiration, Zuversicht. Nach denen, die was machen aus der wunderbaren Welt, die uns trotz aller Unwägbarkeiten zur Verfügung steht. Weil das Gute heilt. Kürzlich sagte ein Musikwissenschaftler im Deutschlandfunk, Kultur sei kein Kohlehydrat, sondern ein Enzym. Also lebenswichtig. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen! Morgen in WELT AM SONNTAG. Ihre Inga Griese

„In Deutschland gibt es einen Rassismus, der vielleicht immer da war, aber plötzlich fühlen sich Leute sicher, diesen offen auszuleben. Wir müssen so viel infrage stellen. Wir müssen unseren Umgang mit natürlichen Ressourcen komplett neu denken, wir müssen unseren Umgang mit Frauen neu denken und ihre Gleichberechtigung weiter vorantreiben. Wir müssen den Begriff Deutschsein neu definieren.“

Schauspieler Clemens Schick im ICON-Interview

Jens Schmidt c/o Kathrin Hohberg

Keep swimming

Wenn der Fisch un sin Fru auf Tour sind, kann es schon mal passieren, dass ihnen ein Matrose quer kommt. Oder so ähnlich. In jedem Fall ein echter Wolfgang Joop, Kunst, Humor, Feinsinn. Diese herrliche Illustration kam als Antwort des unermüdlichen Designers („Looks“) auf unsere Frage, was ihm spontan zu Norddeutschland einfällt. Seine Sehnsucht trifft unsere „Seesucht“.