Thema Uhren

Badminton ist seit 1992 olympisch, beim Federball darf es aber gemächlich zugehen: Rado „Golden Horse Automatic Limited Edition“, poliertes Gehäuse, gravierter Gehäuseboden, wasserdicht bis 50 Meter, 6100 Euro

Fotos: Christian Hagemann
Styling: studio.Stadelmann

Tag Heuer x Porsche

Schon seit Jahrzehnten sind Tag Heuer und Porsche miteinander verbunden, unter anderem hatte Steve McQueen den Schriftzug des Uhrenherstellers auf seinem Rennoverall, als er in dem Film „Le Mans“ am Steuer seines Porsche-Boliden saß.  Nun bauen die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft deutlich aus. Am Beginn steht eine neue Version von Tag Heuers „Carrera“-Klassiker: Die „Carrera Porsche Chronograph Special Edition 44 mm Calibre Heuer 02 Automatic“ hat im Design viele Merkmale, die deutlich an den Porsche 911 erinnern.

So sind die Ziffern des Stahl-Modells denen auf dem Dashboard des Sportwagens nachempfunden, das Blatt ist in asphaltgrau gehalten, der Aufzugsroter des Automatikwerks hat die Form des Lenkrads. Das Stück ist mit Stahl- oder Lederband erhältlich, die Lederversion erinnert durch die schwarze Farbgebung noch stärker an den Innenraum eines 911.

Insgesamt sorgt der sportliche Look dafür, der Partnerschaft ein Gesicht zu geben. Tag-Heuer-Chef Frédéric Arnault stellte bei der digitalen Präsentation klar, dass es keineswegs bei der Uhr bleiben werde, sondern sich seine Manufaktur unter anderem intensiv um die Motorsportaktivitäten der Zuffenhausener kümmern wolle. Die Autobauer sind dort unter anderem in der Formel E vertreten, die sich Elektroantrieben verschrieben hat. Für den Markt ist der Launch ein Signal: Das Geschäft mit den Stahluhren, Tag Heuers Kerngeschäft, boomt derzeit nicht nur in Deutschland – und die Schweizer sind bereit, gemeinsam mit einem großen Kooperationspartner dieses Feld weiter zu befeuern. Das nun präsentierte Modell dürfte jedenfalls bei der Konkurrenz zur Kenntnis genommen worden sein. Philip Cassier

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Piloten können ihren Beruf derzeit kaum ausüben, aber die Uhren, die für die Luftfahrt konstruiert werden, hatten schon immer einen besonderen Appeal. Das beweist auch die neueste Sonderedition von IWC:  Zum ersten Mal präsentiert die Schaffhausener Manufaktur seine patentierte Timezoner-Funktion im Design der „Le Petit Prince“-Sondereditionen.

Die „Pilot’s Watch Timezoner Edition Le Petit Prince“ ist auf 1500 Exemplare limitiert. Sie besticht mit einem blauen Zifferblatt und einem Städtering aus blauer Keramik. Das 46-Millimeter-Gehäuse aus Edelstahl sorgt dafür, dass das Modell am Handgelenk gut zu sehen ist, die patentierte Timezoner-Funktion ermöglicht es, einfach zwischen verschiedenen Zeitzonen zu wechseln. Dafür muss nur die Lünette heruntergedrückt und an die gewünschte Stelle gedreht werden. Außerdem muss das Uhrwerk nicht gestoppt werden, um den Mechanismus auszulösen – so geht auch beim Überschreiten der Datumsgrenze keine Sekunde verloren.

Für den Antrieb sorgt das IWC-Manufakturkaliber 82760. Das Automatikwerk gilt als besonders robust und präzise, es bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Das verzierte Werk ist durch einen Glasboden sichtbar – man muss also wirklich nicht in die Luft gehen, um sich daran zu erfreuen. Philip Cassier

Das Uhrenmagazin. Out today. Illustration Luna Simic.

Das Uhrenmagazin. Heute.

Nie war es so aussichtslos wie jetzt, das Offensichtliche zu leugnen: Seit Corona über die Welt kam, befindet sich die Uhrenindustrie in einer schweren Krise. Der Produktionsstopp war dabei noch das geringste Problem. Eine Pandemie ist eine schlechte Zeit für Statussymbole, und sie raubt Uhren die Funktion, sich mit ihnen in der Öffentlichkeit stilistisch auszudrücken: Wer zu Hause im Homeoffice bleibt, hat also weniger Gründe, sich ein feines Modell zuzulegen. Es wäre also nur zu verständlich, wenn die Verantwortlichen sich in düsteren Szenarien verlören. Aber davon ist nichts zu merken.

Ich muss derzeit häufiger an den Late-Talker David Letterman denken. Der sollte 2001 schon wenige Tage nach dem 11. September wieder eine Show machen. Er wollte nicht, aber ihm war klar: Wenn die Terroristen uns so weit haben, dass wir nicht mehr senden, haben sie gewonnen. Im Studio hatte er Tränen in den Augen. Bis er sich mit den Worten fing: „Alle sagen mir: ,Dave, du musst mutig sein!‘ Ich bin nicht mutig. Aber ich tue, als ob ich es wäre. Und manchmal ist so zu tun, als ob man Mut habe, genauso gut wie echter Mut.“ Für mich war das eine großartige Bemerkung. Sie spendet selbst dann Zuversicht, wenn man sich schwach fühlt. Bezogen auf die Uhrenbranche bedeutet sie: Der Optimismus, den viele Verantwortliche ausstrahlen, hat das Zeug zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Hinzu kommt eine persönliche Erfahrung, die ich mit vielen Menschen teile: Gerade Dinge, die nicht nur einen schnöden Zweck haben, sind derzeit wichtiger denn je. Philip Cassier

Audemars Piguet „Code 11.59 Tourbillon Openworked“, skelettiertes Handaufzugswerk, Roségoldgehäuse 41 mm, am Lederband. Illustration Luna Simic.

Der eckige Chronograph mit rotem Zifferblatt ist ein limitiertes, nur in den Boutiquen der Marke verkauftes Sondermodell der „Monaco“, die „Grand Prix de Monaco Historiques“

Varianten des neu gestalteten „TAG Heuer Carrera Chronographen“. Grünes Zifferbla und Stahllünette.
Schwarzes Blatt und Keramiklünette

Watch Out!

New Time. Die 15 interessantesten Uhren des Jahres zeigen wir im neuen ICON Magazin in Nahaufnahme. Foto Christian Hagemann

Gratulation!

Im Jahr 2000 eine Revolution, heute ein Klassiker: Für Chanels „J12“ verwendete Jacques Helleu, der damalige künstlerische Leiter, erstmals Keramik bei einer Damenuhr. Der Look hat bis heute Bestand, stets in Schwarz oder Weiß. Voriges Jahr stellte Chanel eine überarbeitete Version vor, die etwas filigraner wirkt. Ihr Schöpfer Arnaud Chastaingt sagt, er habe die Wahl gehabt, entweder alles zu ändern oder nichts. Deshalb habe er alles und nichts geändert. Wir gratulieren zu einer Uhr, die die Bezeichnung Ikone wirklich verdient hat.