Thema Uhren

EISBRECHER

Schwarz, präzise und robust: Die Tudor „Black Bay Ceramic“ hebt den Klassiker der Schweizer Manufaktur auf das nächste Level. Das Keramikgehäuse gibt einen konsequenten Look, das Werk ist extrem unempfindlich gegen magnetische Einflüsse. Eine verlässliche Begleiterin bei jeder Aktivität – und ein guter Einstieg in gepflegten Smalltalk ist sie auch.

Das schrille Memphis-Design der 1980er ist inzwischen voll zitierfähig. Jetzt wird mit der „Tissot Heritage Memphis“ auch eine Uhr aus diesen Jahren wieder aufgelegt. Die Arbeiten der Gestalter um Ettore Sottsass waren ein Protest gegen das Diktat des Funktionalismus. Ihn mit der Entwicklung einer Uhr zu beauftragen war umso mutiger, aber auch sehr erfolgreich. Die neuen Modelle haben ein leicht modifiziertes Gehäuse, natürlich ein Quarzwerk, und kosten ab 350 Euro

Vor zehn Jahren begann mit Mr. Porter ein neues Kapitel im Online-Shopping. Zum Jubiläum gibt es in Zusammenarbeit mit IWC Schaffhausen eine auf 110 Stück limitierte Uhr: Beim Fliegerchronograpen leuchtet die Ziffer „10“ durch Superluminova im Dunkeln. Das Stück kostet 7850 Euro ­– als Statement-Piece, was die eigenen Einkaufsgewohnheiten betrifft, lässt sich der präzise Zeitmesser aus der Schweiz allemal bezeichnen.

Trends des Jahres: Die isolierten Menschen sind auf den Hund gekommen und Stahluhren boomen. Der „Heritage Chronologischer“ von Tudor vereint viele Vorzüge dieser Art Uhren: In ihm arbeitet ein stabiles Manufakturwerk, 42mm Durchmesser sind nicht zu auffällig, 4210 Euro ergeben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Halsband/ Leine: Hermès, Hemd: Bottega Veneta über mytheresa.
Wenn den Engländern Ende des 19. Jahrhunderts zu Hause langweilig wurde, spielten sie nach dem Essen auf dem Tisch noch eine Runde Wiff Waff, heute auch als Pingpong oderTischtennis bekannt: Jaeger- LeCoultre „Polaris Mariner Memovox Stahl“, Zifferblatt mit Sonnenschliff, Spahirglasboden, Alarmfunktion, 17.300 Euro. Tischtennis-Set: Louis Vuitton
Badminton ist seit 1992 olympisch, beim Federball darf es aber gemächlich zugehen: Rado „Golden Horse Automatic Limited Edition“, poliertes Gehäuse, gravierter Gehäuseboden, wasserdicht bis 50 Meter, 6100 Euro
1853 baute der Schweinfurter Philipp Moritz Fischer das erste Fahrrad, an dem sich Pedale fanden, Patek Philippe war da schon 14 Jahre alt: „Nautilus Travel Time Chronograph“, Referenz 5990/1A, Stoppuhr mit 60-Minuten-Zähler, Zwei-Zeitzonen-Mechanik, um 51.000 Euro. Fahrrad: Tokyobike, Jacke: Prada über mytheresa.com, Hemd: Etro, Shorts: Brunello Cucinelli
Fischerei gibt es, seit Menschen die Erde bevölkern – und zum Spaß wird auch schon seit Jahrhunderten geangelt: Glashütte Original „SeaQ“, Automatikaufzugmit 40 Stunden Gangreserve, Ziffern mit Super-LumiNova, 10.000 Euro
460 v. Chr. empfahlen Ärzte in Griechenland erstmalig, sich bei einem Spiel mit einer Kugel zu entspannen: Chopard „Alpine Eagle 44 mm“, Fylback-Chronograph als Chronometer zertifiziert 60 Stunden Gangreserve, um 19.000 Euro. Boule-Set: Manufactum
Alles Leben stammt aus dem Wasser, seit 1896 ist Schwimmen auch im olympischen Programm: Wempe „Iron Walker Taucheruhr“, Automatik mit Datumsanzeige und innenliegender Taucherlünette, 2975 Euro
Die ersten kommerziellen Tennisanlagen entstanden nach 1500 in Paris, heute gehören die French Open zu den vier Grand-Slam-Turnieren: Audemars Piguet „Royal Oak Offshore Chronograph Automatik“, 42 mm Durchmesser, aufgesetzte Indexe und Weißgold-Zeiger mit Leuchtbeschichtung, 32.500 Euro. Tennisschläger und Ball: Wilson
Wer Golf erfunden hat, weiß niemand, sicher ist aber, dass das schottische Parlament den Sport 1457 erstmalig verbot und anordnete, stattdessen Bogenschießen zu üben: Breitling „Chronomat B01 42 Bentley“, einseitig drehbare Lünette, als Chronometer zertifiziert, 7900 Euro. Golfeisen und Bälle: Titleist
Alles begann, als englische Eliteschüler zu Beginn des 19. Jahrhunderts hinter einer Schweineblase herliefen, in Deutschland schoss Helmut Rahn 1954 für den Fußball das Tor zum Glück: Longines „Spirit“, verschraubte Krone, 60 Stunden Gangreserve, 2700 Euro. Fußball: Manufactum
Seit im Jahr 1864 Schandauer Turnerin der Sächsischen Schweiz den Falkenstein bezwangen, gilt Klettern in Deutschland als Sport: Zenith „Chronomaster Sport El Primero- Schaltradchronograph“, Automatikwerk, Keramiklünette mit Zehntelsekundenanzeige, 9700 Euro. Karabiner/Seile:Black Diamond
Seilspringen kam im17. Jahrhundert in Holland auf – heute schulen nicht nur Boxer ihre Koordination mit dem Gerät: Omega „Speedmaster Moon Professional“, Chronograph mit Handaufzug und Co-Axial-Hemmung, unempfindlich gegenüber Magnetfeldern von bis zu 15.000 Gauß, 6100 Euro. Springseil: Louis Vuitton, Flasche: Adidas
Über Jahrtausende war das Reiten eine Notwendigkeit, um 1900 etablierte sich der Pferdesport: Rolex „Oyster Pepetual 36“, Manufakturwerk, Oystersteel, Zifferblatt in Candy Pink, 5200 Euro. Sattel: Hermès, Gerte: Fundus

An der frischen Luft

Wichtig ist, was vor der Tür passiert: Endlich spielt das Leben wieder draußen. Mit diesen Stahluhren spielen Sie ganz vorn mit!

 

 

Fotos: Christian Hagemann

Styling: studio.Stadelmann

Model: Leonard Löhn

Zeit für Helden 

Achtung, Spoiler! Keine Angst, wir verraten Ihnen natürlich nicht das Ende des Oscar-gekrönten Action-Films Black Panther. Was wir Ihnen aber durchaus schon anvertrauen dürfen, ist, dass die Royal Oak Concept Black Panther Flying Tourbillon vermutlich nicht die einzige Superhelden-Hommage in der Kollaboration von Audemars Piguet mit Marvel bleiben wird. Angelehnt an den Superhelden, erscheint die Uhr in einem violett-schwarzen Farbmuster. Ins Auge sticht vor allem Black Panther selbst, der als dreidimensionales Relief das Ziffernblatt ziert. Limitiert auf 250 Exemplare.

Badminton ist seit 1992 olympisch, beim Federball darf es aber gemächlich zugehen: Rado „Golden Horse Automatic Limited Edition“, poliertes Gehäuse, gravierter Gehäuseboden, wasserdicht bis 50 Meter, 6100 Euro

Fotos: Christian Hagemann
Styling: studio.Stadelmann

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Tag Heuer x Porsche

Schon seit Jahrzehnten sind Tag Heuer und Porsche miteinander verbunden, unter anderem hatte Steve McQueen den Schriftzug des Uhrenherstellers auf seinem Rennoverall, als er in dem Film „Le Mans“ am Steuer seines Porsche-Boliden saß.  Nun bauen die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft deutlich aus. Am Beginn steht eine neue Version von Tag Heuers „Carrera“-Klassiker: Die „Carrera Porsche Chronograph Special Edition 44 mm Calibre Heuer 02 Automatic“ hat im Design viele Merkmale, die deutlich an den Porsche 911 erinnern.

So sind die Ziffern des Stahl-Modells denen auf dem Dashboard des Sportwagens nachempfunden, das Blatt ist in asphaltgrau gehalten, der Aufzugsroter des Automatikwerks hat die Form des Lenkrads. Das Stück ist mit Stahl- oder Lederband erhältlich, die Lederversion erinnert durch die schwarze Farbgebung noch stärker an den Innenraum eines 911.

Insgesamt sorgt der sportliche Look dafür, der Partnerschaft ein Gesicht zu geben. Tag-Heuer-Chef Frédéric Arnault stellte bei der digitalen Präsentation klar, dass es keineswegs bei der Uhr bleiben werde, sondern sich seine Manufaktur unter anderem intensiv um die Motorsportaktivitäten der Zuffenhausener kümmern wolle. Die Autobauer sind dort unter anderem in der Formel E vertreten, die sich Elektroantrieben verschrieben hat. Für den Markt ist der Launch ein Signal: Das Geschäft mit den Stahluhren, Tag Heuers Kerngeschäft, boomt derzeit nicht nur in Deutschland – und die Schweizer sind bereit, gemeinsam mit einem großen Kooperationspartner dieses Feld weiter zu befeuern. Das nun präsentierte Modell dürfte jedenfalls bei der Konkurrenz zur Kenntnis genommen worden sein. Philip Cassier

Piloten können ihren Beruf derzeit kaum ausüben, aber die Uhren, die für die Luftfahrt konstruiert werden, hatten schon immer einen besonderen Appeal. Das beweist auch die neueste Sonderedition von IWC:  Zum ersten Mal präsentiert die Schaffhausener Manufaktur seine patentierte Timezoner-Funktion im Design der „Le Petit Prince“-Sondereditionen.

Die „Pilot’s Watch Timezoner Edition Le Petit Prince“ ist auf 1500 Exemplare limitiert. Sie besticht mit einem blauen Zifferblatt und einem Städtering aus blauer Keramik. Das 46-Millimeter-Gehäuse aus Edelstahl sorgt dafür, dass das Modell am Handgelenk gut zu sehen ist, die patentierte Timezoner-Funktion ermöglicht es, einfach zwischen verschiedenen Zeitzonen zu wechseln. Dafür muss nur die Lünette heruntergedrückt und an die gewünschte Stelle gedreht werden. Außerdem muss das Uhrwerk nicht gestoppt werden, um den Mechanismus auszulösen – so geht auch beim Überschreiten der Datumsgrenze keine Sekunde verloren.

Für den Antrieb sorgt das IWC-Manufakturkaliber 82760. Das Automatikwerk gilt als besonders robust und präzise, es bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Das verzierte Werk ist durch einen Glasboden sichtbar – man muss also wirklich nicht in die Luft gehen, um sich daran zu erfreuen. Philip Cassier

Das Uhrenmagazin. Out today. Illustration Luna Simic.

Das Uhrenmagazin. Heute.

Nie war es so aussichtslos wie jetzt, das Offensichtliche zu leugnen: Seit Corona über die Welt kam, befindet sich die Uhrenindustrie in einer schweren Krise. Der Produktionsstopp war dabei noch das geringste Problem. Eine Pandemie ist eine schlechte Zeit für Statussymbole, und sie raubt Uhren die Funktion, sich mit ihnen in der Öffentlichkeit stilistisch auszudrücken: Wer zu Hause im Homeoffice bleibt, hat also weniger Gründe, sich ein feines Modell zuzulegen. Es wäre also nur zu verständlich, wenn die Verantwortlichen sich in düsteren Szenarien verlören. Aber davon ist nichts zu merken.

Ich muss derzeit häufiger an den Late-Talker David Letterman denken. Der sollte 2001 schon wenige Tage nach dem 11. September wieder eine Show machen. Er wollte nicht, aber ihm war klar: Wenn die Terroristen uns so weit haben, dass wir nicht mehr senden, haben sie gewonnen. Im Studio hatte er Tränen in den Augen. Bis er sich mit den Worten fing: „Alle sagen mir: ,Dave, du musst mutig sein!‘ Ich bin nicht mutig. Aber ich tue, als ob ich es wäre. Und manchmal ist so zu tun, als ob man Mut habe, genauso gut wie echter Mut.“ Für mich war das eine großartige Bemerkung. Sie spendet selbst dann Zuversicht, wenn man sich schwach fühlt. Bezogen auf die Uhrenbranche bedeutet sie: Der Optimismus, den viele Verantwortliche ausstrahlen, hat das Zeug zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Hinzu kommt eine persönliche Erfahrung, die ich mit vielen Menschen teile: Gerade Dinge, die nicht nur einen schnöden Zweck haben, sind derzeit wichtiger denn je. Philip Cassier

Audemars Piguet „Code 11.59 Tourbillon Openworked“, skelettiertes Handaufzugswerk, Roségoldgehäuse 41 mm, am Lederband. Illustration Luna Simic.

Der eckige Chronograph mit rotem Zifferblatt ist ein limitiertes, nur in den Boutiquen der Marke verkauftes Sondermodell der „Monaco“, die „Grand Prix de Monaco Historiques“

Varianten des neu gestalteten „TAG Heuer Carrera Chronographen“. Grünes Zifferbla und Stahllünette.
Schwarzes Blatt und Keramiklünette

Watch Out!

New Time. Die 15 interessantesten Uhren des Jahres zeigen wir im neuen ICON Magazin in Nahaufnahme. Foto Christian Hagemann

Gratulation!

Im Jahr 2000 eine Revolution, heute ein Klassiker: Für Chanels „J12“ verwendete Jacques Helleu, der damalige künstlerische Leiter, erstmals Keramik bei einer Damenuhr. Der Look hat bis heute Bestand, stets in Schwarz oder Weiß. Voriges Jahr stellte Chanel eine überarbeitete Version vor, die etwas filigraner wirkt. Ihr Schöpfer Arnaud Chastaingt sagt, er habe die Wahl gehabt, entweder alles zu ändern oder nichts. Deshalb habe er alles und nichts geändert. Wir gratulieren zu einer Uhr, die die Bezeichnung Ikone wirklich verdient hat.